Berlin - In der Wasserstadt Oberhavel in Spandau wird es erneut Wohnungsbau in großem Maßstab geben: Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Degewo sowie die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) wollen insgesamt 1024 Wohnungen errichten lassen. Entstehen wird das Neubauquartier in der Mertensstraße. Schon im Juli ist der Spatenstich für das Neubauquartier geplant. Die Wasserstadt in Spandau liegt nördlich der Altstadt und erstreckt sich beiderseits der Havel. Das Areal zählt zu den größten Entwicklungsgebieten in Berlin, zudem ist es einer von zwölf großen Wohnungsbaustandorten, die der Senat kürzlich vorgestellt hat.

Benannt nach einer Tänzerin

Auch einen Namen für ihr neues Quartier haben die beiden Gesellschaften schon: Pepitahöfe soll es heißen. Benannt haben sie es nach der spanischen Tänzerin Pepita de Oliva, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein Schlösschen im nahe gelegenen Hakenfelde bewohnte.

Errichtet werden die Gebäude von den privaten Projektentwicklern Kilian Immobiliengruppe sowie MHMI. Vereinbart ist, dass die Degewo und die WBM das Projekt schlüsselfertig übernehmen. Entsprechende Kaufverträge sind bereits unterzeichnet. „Die Bauanträge sind eingereicht, nun hoffen wir auf weitere Unterstützung von Senat und Bezirk, damit wir zügig mit dem Bau beginnen können“, so Jürgen Kilian, Geschäftsführer der Kilian Immobiliengruppe. Auch das Bebauungsplanverfahren für das insgesamt rund 60.000 Quadratmeter große Gelände ist noch nicht abgeschlossen.

„Dieses Projekt ist ein weiterer Schritt zu mehr Wohnraum für Berlin. Mit einer Kombination aus eigenem Neubau und schlüsselfertigen Ankäufen werden wir die Zahl landeseigener Wohnungen in den kommenden Jahren deutlich erhöhen“, sagte Degewo-Vorstand Christoph Beck. Für beide Wohnungsbaugesellschaften ist das Neubauvorhaben zugleich ihr erstes in Spandau. WBM-Geschäftsführerin Christina Geib betont, dass das neue Quartier bis 2018 fertiggestellt werde und viel Platz für Wohnen, Freizeit und Erholung biete.

Geförderte Wohnungen

Geplant ist die Errichtung des Neubauquartiers in der Mertensstraße in acht Bauabschnitten. Der städtebauliche Entwurf sieht eine klassische Blockrandbebauung mit weitläufigen grünen Innenhöfen vor. Die Wohngebäude werden sechs Geschosse hoch. Vorgesehen sind Wohnungen mit ein bis fünf Zimmern, die zwischen 40 und 111 Quadratmeter groß sind. Wie bei Privatinvestitionen in der Stadt üblich, wird der geförderte Wohnungsanteil bei 25 Prozent liegen. Damit wird die Nettokaltmiete in diesen Wohnungen bei etwa sechs Euro pro Quadratmeter beginnen. Wie hoch die Mieten in den übrigen Wohnungen sind, die nicht gefördert werden, dazu machten die Unternehmen keine Angaben. Außerdem sind 479 Tiefgaragenparkplätze geplant. Es entstehen auch Spielplätze mit 2000 Quadratmeter Fläche.

Die Wasserstadt wurde bereits vor 24 Jahren vom Senat als Entwicklungsgebiet festgeschrieben. Die Ufer waren damals nicht zugänglich, es gab viele Brachflächen und einige Gewerbebetriebe. Damals sollten entlang der Havel etwa 12.700 Wohnungen errichtet werden. Als sich die euphorischen Bevölkerungsprognosen nach dem Mauerfall nicht erfüllten, wurden die Planungen abgespeckt. Jetzt ist nur von etwa 7500 Wohnungen die Rede, etwa die Hälfte davon wurde in den vergangenen Jahren gebaut.