Die Infektionen an Schulen sind bislang auf wenige Fälle begrenzt (Symbolbild).
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BerlinAm Heinz-Berggruen-Gymnasium in Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es einen zweiten Corona-Infektionsfall in der Schülerschaft, der laut Gesundheitsstadtrat Detlef Wagner (CDU) jedoch nicht in Verbindung mit der ersten gemeldeten Infektion in der sechsten Jahrgangsstufe in Verbindung steht. Am Wochenende habe der Vater einer Siebtklässlerin den positiven Test seiner Tochter gemeldet. „Das ist ein eigenes Infektionsgeschehen“, sagte Wagner der Berliner Zeitung. Die Kontaktpersonen der ersten infizierten Schülerin seien alle negativ getestet worden, genau wie die Kontaktpersonen beim Infektionsfall am Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster. Einige Schüler, die jeweils engeren Kontakt mit den Erkrankten hatten, befänden sich aber trotzdem noch in Quarantäne, so Wagner – für den Fall, dass sie nach einer Inkubationszeit noch eine Infektion entwickeln.

In Wagners Bezirk gibt es außerdem noch einen dritten Infektionsfall an einer Schule: Am Sophie-Charlotte-Gymnasium wurden nach zwei bestätigten Fällen in der Schülerschaft zu Beginn der Woche 164 Schüler und Lehrkräfte getestet. Am Schiller-Gymnasium hingegen gab es, anders als in dieser Zeitung am Freitag berichtet, keinen Infektionsfall in der Schülerschaft. Der Fehlinformation lag ein Irrtum im zuständigen Bezirksamt zugrunde.

Zu den bisher bekannten Fällen gesellen sich drei weitere aus dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg: Wie die Berliner Zeitung erfuhr und von der Senatsschulverwaltung bestätigen lassen konnte, wurden an der Johanna-Eck-Sekundarschule, an der Tempelherren-Grundschule und an der Mascha-Kaléko-Grundschule jeweils eine Infektion in der Schülerschaft gemeldet, weswegen sich jeweils einzelne Kontaktpersonen, eine halbe Lerngruppe und eine ganze Lerngruppe in Quarantäne befinden.

Auch in Friedrichshain-Kreuzberg ist ein neuer Infektionsfall aufgetreten. Betroffen ist das Oberstufenzentrum Handel 1. Die Senatsschulverwaltung bestätigte, dass sich dort nach der Erkrankung einer Schülerin eine Lerngruppe sowie zwei Lehrkräfte in Quarantäne befinden. Die einzige andere Berufsschule, von der bisher eine Infektion öffentlich bekannt ist, ist die Max-Bill-Oberschule in Pankow. Der dort zuständige Gesundheits- und Schulstadtrat Torsten Kühne (CDU) meldete mit Stand vom Dienstagmittag keine weiteren Infektionsfälle an Schulen oder auch Kitas in seinem Bezirk. „Dies bedeutet aber nicht, dass wir Langeweile haben“, sagte Kühne. Es gebe im Schul- und Kitabereich einen großen Informations- und Kommunikationsbedarf zu Verdachtsfällen und zu Themen wie den Regelungen des Musterhygieneplans oder dem Umgang mit Reiserückkehrern.

Gute Nachrichten gibt es aus Reinickendorf, es war von den Bezirken, die Infektionsfälle an ihren Schulen transparent kommunizieren, mit sieben Schulen bisher am stärksten betroffen. Der zuständige Amtsarzt Patrick Larscheid teilte der Berliner Zeitung am Dienstag mit, es seien seit der vergangenen Woche keine neuen gemeldeten Fälle dazugekommen. „Insbesondere sind keine Übertragungen im Schulkontext geschehen“, sagte Larscheid. Unterdessen hat auf Druck dieser Zeitung der erste Bezirk mehr Transparenz angekündigt: Neukölln will in Zukunft mindestens einmal wöchentlich über Infektionsfälle an Schulen berichten. „Mit den regelmäßigen Meldungen möchte ich für Transparenz sorgen und Gerüchten entgegenwirken“, sagte SPD-Schulstadträtin Karin Korte. Es sei nicht zu vermeiden, dass es Coronafälle an Neuköllner Schulen gebe. „Wichtig ist, dass wir damit offen umgehen.“

Bei den Kitas herrscht eine bessere Übersicht: Laut Senatsbildungsverwaltung gab es bis Dienstagnachmittag an sieben von rund 2700 Kitas in Berlin „Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie“: In zwei Fällen seien Kinder positiv getestet worden, in vier Fällen Kitapersonal und in einem Fall ein Elternteil. Sprecherin Iris Brennberger sagte: „Eine kleine Kita ist bis Mitte nächster Woche durch das Gesundheitsamt geschlossen. In den anderen Fällen wurden Gruppen in Quarantäne geschickt beziehungsweise Kinder und Fachkräfte, die engeren Kontakt hatten, nach Hause geschickt, bis die Testergebnisse vorliegen beziehungsweise die Gesundheitsämter entschieden haben, wie weiter verfahren wird.“