Berlin - Jens-Jürgen Saurin leitet eine Schule, die es in Berlin bald schon nicht mehr geben sollte. „Ihr seid zur Auflösung vorgesehen“, diese Haltung sei oft erkennbar gewesen, wenn er mit führenden Mitarbeitern der Schulverwaltung zu tun hatte, sagt Saurin. Er schreitet über die Flure der Adolf-Reichwein-Schule in Neukölln, Schülerinnen winken ihm zu. In dieser Förderschule werden vornehmlich lernbehinderte Kinder von der dritten bis zur 10. Klasse unterrichtet. Kinder also, die sich schlecht konzentrieren können, bei denen ein weit unterdurchschnittlicher Intelligenzquotienten gemessen wurde. Viele dieser Kinder sind verhaltensauffällig, einige werden gewalttätig, andere neigen zu Depressionen.

Solche Förderschulen für lern- und sprachbehinderte sowie für verhaltensauffällige Schüler sollen in den kommenden Jahren in Berlin aufgegeben werden, gelten als Sackgasse. Die Kinder sollen gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern an Regelschulen unterrichtet werden. So schreibt es die UN-Konvention der Inklusion vor, die in Deutschland seit mehreren Jahren gilt. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte dafür eigens ein detailliertes Konzept erarbeiten lassen.

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