HENNIGSDORF - Die erste Straße, die nicht nur einfach „dumm“ in der Landschaft herumliegt und befahren wird, soll etwas mehr als sieben Kilometer lang werden. Seit dem 10. Oktober wird ein Abschnitt der Autobahn A 111 bei Hennigsdorf (Oberhavel) mit einer neuen Asphaltdecke versehen – und dabei wird diese Straße etwas klüger gemacht als ihre Artgenossen.

„Alle fünfzig Meter kommt ein Transponder, also ein kleiner Chip, in den Asphalt“, sagt Willi Dietrich, Forschungschef der Straßenbaufirma Kirchner. „Der Chip speichert für die Zukunft alle relevanten Daten über den Tag, an dem die Straße gebaut wurde.“

Bislang ist der Erfolg beim Straßenbau meist eher ein Zufall. Dietrich zeigt auf die Arbeiter, die die Asphaltiermaschine bedienen: „Diese Truppe hier verlegt heute diesen Straßenabschnitt, der vielleicht fünf Jahre hält. Morgen bauen die selben Männer mit dem gleichen Material und der selben Maschine ein Stück weiter einen Abschnitt, der dann aber 15 Jahre hält. Und niemand weiß bisher, warum es so ist.“

Um dies zu ergründen, wird nun erstmals mit einem Vier-Millionen-Euro-Forschungsprojekt getestet, wie die idealen Bedingungen für den Straßenbau sind. Dafür wird ein Stück der Teststrecke klassisch beschichtet und acht weitere Abschnitte mit anderen Materialvarianten – aber überall kommen Mikrochips in den Asphalt.