Trotz des Verbots von Ferienwohnungen vor zwei Jahren steigt ihre Zahl in Berlin weiter stark an. Nach einer aktuellen Studie des Immobilienentwicklers GBI AG, die der Berliner Zeitung vorliegt, gibt es in der Hauptstadt derzeit 14.393 Wohnungen, die Berlin-Besuchern komplett und ganzjährig zur Verfügung stehen.

Hinzu kommen 9.600 Übernachtungsmöglichkeiten in Wohnungen, in denen nur einzelne Zimmer an Touristen vermietet oder die nur zeitweise angeboten werden. Die Gesamtzahl der Ferienwohnung in Berlin ist damit auf etwa 24.000 gestiegen. In einer ähnlichen Studie hatte der Bezirk Mitte im Sommer vergangenen Jahres  zusammen mit dem Unternehmen Neofonie 23.000 Wohnungen ermittelt.

Die Analyse der GBI belegt, dass das Zweckentfremdungsverbot des Senats nicht greift.  Mietwohnungen dürfen in Berlin seit dem 1. Mai 2014 nicht mehr als Ferienwohnungen angeboten werden. Der Senat will damit Missbrauch unterbinden, weil preisgünstiger Wohnraum in den Innenstadtbezirken immer knapper wird.

Bislang nur 6300 Ferienwohnungen offiziell angemeldet

Die Hausbesitzer und Wohnungseigentümer können aber von einer Übergangsregelung profitieren, wenn sie ihre Touristenapartments bei den Bezirken registrieren ließen. Die Frist endet am 30. April. Nach Angaben von Martin Pallgen, Sprecher von Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) wurden bislang nur 6300 Ferienwohnungen offiziell angemeldet, alle anderen Wohnungen seien illegal. „Das Zweckentfremdungsverbot gilt“, so Pallgen.

Die GBI  hat für ihre Analyse, die  an diesem Montag veröffentlicht werden soll, bundesweit die 179 Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern untersucht, in denen wenigstens 750.000 Übernachtungen gezählt wurden. Ausgewertet wurden dabei Online-Portale wie Airbnb, Wimdu und 9Flat, die Ferienwohnungen vermitteln. 

6,1 Millionen Übernachtungen in Ferienwohnungen

Berlin nimmt dabei den Spitzenplatz ein: So nutzt jeder sechste Berlin-Besucher eine Ferienwohnung und kein Hotel. Wie Stefan Brauckmann, Chef für Forschung und Analyse bei der GBI, sagt, übernachteten Touristen im vergangenen Jahr mehr als 6,1 Millionen Mal in einem der ganzjährig angebotenen Privatquartiere.

Diese müssten zu den offiziell registrierten 30,25 Millionen Übernachtungen in Berlin hinzugerechnet werden. Das sind etwa 20,2 Prozent zusätzliche Übernachtungen. „Das ist der höchste Wert in allen Städten“, so Brauckmann. In den anderen drei Millionen-Metropolen Hamburg (15,7 Prozent), München (13,6 Prozent) und Köln (10,8 Prozent) liegen die Werte deutlich niedriger.