Interaktive Karte zu Taschendiebstählen in Berlin: Auf welchen Berliner U-Bahnhöfen Taschendiebe besonders oft zuschlagen

Berlin - Die Zahl der Taschendiebstähle in Berlin hat 2016 deutlich zugenommen. Das zeigt die polizeiliche Kriminalstatistik, die am Montag vorgestellt wurde. 44.722 Fälle gab es im vergangenen Jahr in der Hauptstadt, das ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre. 2015 waren es noch 40.399 Taschendiebstähle und damit knapp elf Prozent weniger. Polizeipräsident Klaus Kandt sprach von einem „bedauerlichen Höchststand“.

Doch wo schlagen Taschendiebe in Berlin am häufigsten zu? Als Brennpunkte gelten insbesondere bei Touristen beliebte Plätze sowie Umsteigebahnhöfe und öffentliche Verkehrsmittel, heißt es bei der Polizei.

Details zeigt eine interne Statistik der Senatsverwaltung für Inneres, die der Berliner Zeitung vorliegt. 11.457 Taschendiebstähle gab es demnach 2016 alleine in U-Bahnen und auf U-Bahnhöfen - das ist ein Viertel aller Fälle.

Viele Taschendiebstähle am Alexanderplatz

Besonders oft schlugen Taschendiebe 2016 am U-Bahnhof Alexanderplatz zu (701 Fälle). Auf Platz zwei liegt der Bahnhof Kottbusser Tor (591), gefolgt vom Bahnhof Hermannplatz (375). Auch die Stationen Osloer Straße (348), Hallesches Tor (320), Zoologischer Garten (317), Stadtmitte (245), Rosenthaler Platz (230), Bismarckstraße (212) und Friedrichstraße (204) sind bei Taschendieben beliebt.

Am sichersten vor Taschendieben sind U-Bahn-Fahrgäste an der Station Bundestag - dort gab es im vergangenen Jahr nur einen Fall. Auch auf den Bahnhöfen Podbielskiallee (2), Onkel-Toms-Hütte (3), Biesdorf-Süd (4) und Paulsternstraße (4) gab es kaum Taschendiebstähle.

Polizei und Berliner Verkehrsbetriebe versuchen mit verschiedenen Maßnahmen, der steigenden Kriminalität entgegenzuwirken. Täglich sind etwa mehr als 100 Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes im BVG-Netz unterwegs. Auf 25 so genannten Schwerpunktbahnhöfen ist rund um die Uhr Sicherheitspersonal der BVG präsent.

Polizei und BVG gemeinsam auf Streife

Zudem gehen Polizisten und Wachleute der Verkehrsbetriebe seit kurzem wieder gemeinsam in U-Bahnen und Bahnhöfen auf Streife, zunächst an Brennpunkten wie Alexanderplatz, Kottbusser Tor oder Osloer Straße.  Weitere Doppelstreifen sollen später hinzukommen. Außerdem sollen bis Ende des Jahres fünf mobile Polizeiwachen für mehr Sicherheit sorgen, unter anderem am Kottbusser Tor. Am Alexanderplatz wird zudem eine feste Polizeiwache entstehen, die rund um die Uhr besetzt ist.

Auch die Videoüberwachung soll verbessert werden. 50 Millionen Euro investiert die BVG in moderne zoom- und schwenkbare Kameras, mit denen bis Ende 2018 alle U-Bahnhöfe ausgestattet werden sollen. Drei kriminalitätsbelastete Bahnhöfe werden bereits besonders streng kontrolliert: Rund um die Uhr verfolgt ein Polizist in der Sicherheitsleitstelle der BVG anhand von Live-Aufnahmen der Videokameras das Geschehen an den Stationen Kottbusser Tor, Alexanderplatz und Bahnhof Zoo. So kann die Polizei bei Straftaten schnell eingreifen.