Rostiger Stahl – so schlicht kann man den neuen Fußgängersteg beschreiben, der zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 von Hellersdorf nach Marzahn führen wird. Am Mittwoch wurden die ersten beiden Brückenteile montiert, knapp 25 Meter ist ein Segment lang und 29 Tonnen schwer. „Einfach“ sei die Brücke, mit einer simplen Konstruktion, sagt Architekt Thomas Kolb. „Denn nicht die Brücke, sondern der Blick über das Wuhletal und der Weg hinein in die Landschaft am Kienberg sollen im Vordergrund stehen.“

Stelzen über dem Feuchtbiotop

Etwa 280 Meter lang wird der neue Steg sein, der in der Nähe des IGA-Eingangs am U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße beginnt und auf schlanken Stelzen ruht. Es ist eine neue Verbindung zwischen Hellersdorf und Marzahn, die über den Wuhletal-Wanderweg, über ein Feuchtbiotop sowie am Wuhleteich vorbei führt. Die Besucher werden später über ein engmaschiges Gitterrost ebenfalls aus Stahl gehen, durch das Regen und Schnee fallen kann. Die Brücke erhält keinen Anstrich, der rot-braune Rost bleibt. „Durch die Rostschicht schützt sich der Stahl selbst“, erklärt der Architekt. Eine Ausnahme gibt es aber doch: Die Geländer werden oben lackiert, „damit man sich beim Aufstützen keine roten Ärmel holt“.

Die neue Wegeverbindung zwischen den Stadtteilen sei „schon lange ein Traum, der jetzt zur IGA Wirklichkeit wird“, sagt Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD). Er war viele Jahre Bürgermeister im Nachbarbezirk Lichtenberg und kennt die Diskussionen um bessere Verbindungen. Wie Geisel sagt, gehört zur wachsenden Stadt außer neuen Wohnungen, Schulen und Kitas auch die erforderliche Infrastruktur, zum Beispiel die neue Brücke. „Die IGA ist ein Glück für die Region, weil die Menschen sehen, wie schön es hier ist.“

Der Steg wird am Wuhleteich auf einer großen Plattform aus Lärchenholz enden – dem Platz am See, wo auch ein Umweltbildungszentrum entsteht. Der Weg führt weiter zum Kienberg, an dessen Südhang bereits eine über 500 Meter lange Terrassenanlage gestaltet wird. Zwei Wege werden dort in unterschiedlicher Höhenlage angelegt, dazwischen wird es Obstbäume und Wiesen geben. Auch die ersten Natursteinmauern stehen schon, die den Hang in Terrassen unterteilen. Zudem wird eine Treppenanlage auf den Kienberg führen, die einmal 300 Stufen haben soll.

Wer aber nicht zu Fuß gehen will, kann vom U-Bahnhof aus auch mit einer Gondelbahn zum Ausstellungsgelände fahren. Die Strecke muss aber noch gebaut werden. Laut IGA-Geschäftsführer Christoph Schmidt soll im November das Planungsverfahren abgeschlossen sein, Anfang 2016 könnte der Baustart erfolgen. Zunächst sollen die Stützen mit Hilfe eines Hubschraubers montiert werden, anschließend werden Talstationen sowie die Station auf dem Kienberg errichtet.

Schon jetzt sind die Gärten der Welt, die zur IGA unter anderem mit einer neuen Tropenhalle weiter ausgebaut werden, ein touristischer Anziehungspunkt, sagt Wirtschaftsstaatssekretär Guido Beermann. Etwa 820.000 Menschen haben die Gärten im vergangenen Jahr besucht, zur IGA werden mehr als 2,4 Millionen Gäste erwartet. Beermann: „Die Anlage ist auch international herausragend – hier wird Gartenkunst verschiedener Kulturkreise präsentiert.“