Berlin - Herr Müller, was soll auf dem Flughafen Tegel passieren, nachdem der Flugbetrieb dort Juni eingestellt wird. Müssen wir uns darauf einstellen, dass die Gebäude jahrelang leer stehen und dass irgendwann Gras über den Startbahnen wuchert?

Müller: Nein, dass muss man nicht. Die Entwicklung, die vor uns liegt, wird sicher einige Jahre dauern. Aber wir wollen zügig in diese Entwicklung einsteigen. Wir wollen dieses Gelände als Forschungs- und Industriepark für Zukunftstechnologien nutzen.

Das klingt gut, aber gibt es schon irgendeinen Interessenten für die riesigen Flächen?

Müller: Ja, es gibt vom Senat den Wunsch, einen Impuls für die Entwicklung zu geben, indem sich ein Teil der Beuth-Hochschule für Technik dort ansiedelt. Ich glaube, dass das ein starkes Signal ist. Zurzeit gibt es Gespräche dazu zwischen den zuständigen Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Wissenschaft.

Bis sich die Hochschule in Tegel ansiedelt, wird es noch dauern. Was machen Sie in der Zwischenzeit?

Schmitz: Wir wollen nicht warten, bis alles perfekt ist. In einem ersten Schritt bieten wir der Beuth-Hochschule, aber auch allen anderen Unternehmen, die in das gewünschte Profil passen, Flächen zur Zwischennutzung an.

Wie soll das gehen? Wen wollen Sie als Nutzer gewinnen?

Schmitz: Die Flächen in Tegel sind ideal dafür geeignet, um Firmen anzusiedeln, die Büros und Werkstätten benötigen. Wir haben beispielsweise Anfragen von Unternehmen, die dort Photovoltaikanlagen montieren möchten. Die Werkstätten können aber auch für Firmen aus dem Bereich der Elektromobilität genutzt werden. Mit geringem Aufwand können wir für die Firmen unternehmerische Startmöglichkeiten schaffen und dadurch Tegel zu einer neuen Adresse für Zukunftstechnologien machen. Wir nennen das salopp, die „Hochtechnologie-Wuselzone“ schaffen.

Und wie viele Anfragen für diese Wuselzone gibt es?

Schmitz: Bereits ohne jedes Marketing etwa zehn bis zwölf. Interesse gibt es von einem jungen Unternehmen für neuartige Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Ein schwedisches Unternehmen sagt, es habe ein System gefunden, mit dem man die Mülltrennung verbessern kann. Eine andere Firma plant das Recycling von Solarzellen. Dann gibt es ein Unternehmen, die stellt einen faltbaren Elektroroller her. Und es gibt eine Firma aus Spanien, die mit dem MIT Elektroautos baut, die sich gewissermaßen zusammenziehen, wenn sie einparken. Und wir haben ein Unternehmen, das will aus wenigen Bauteilen eine Solar- und Wärmezelle entwickeln und Solarthermie und Photovoltaik kombinieren. Die wären gerne die ersten Mieter . Nachfrage nach der professionellen „Wuselzone“ ist also da.