Berlin - Investitionen in Höhe von 17 Millionen Euro sollen den Flughafen Flughafen Berlin-Tegel vor dem drohenden Kollaps bewahren und den Aufenthalt für die Reisenden etwas angenehmer machen. Der Flugplatz, der zu den am stärksten belasteten in Deutschland zählt, hat internen Einschätzungen zufolge die Kapazitätsgrenze erreicht.

„Tegel wird definitiv geschlossen. Aber diese Arbeiten sind unabdingbar, damit wir bis dahin einen guten Standard bieten können“, sagte Elmar Kleinert, der Betriebsleiter der Flughafengesellschaft FBB, am Freitag.

Viele Anlagen des wichtigsten Flughafens der Region Berlin-Brandenburg stammen aus dessen Anfangszeit in den 1970er-Jahren. Dazu zählen die Toiletten, deren Zustand in internationalen Fluggast-Blogs besonders schlecht bewertet wurde. „Nach fast 40 Jahren hilft Putzen nicht mehr“, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Darum werden im Terminal A alle 32 Toilettenanlagen saniert und nach Entwürfen eines Architekten neu gestaltet.

Der Terminal D bekommt ein zusätzliches Koffertransportband und ein neues Röntgenkontrollgerät, das in der kommenden Woche in Betrieb gehen soll. „Dadurch wird die Kapazität zwar nicht erhöht, doch die neue Technik fällt seltener aus und ermöglicht einen stabileren Betrieb“, sagte Verkehrsleiter Lutz Tilgner. Außerdem wurden die beiden Start- und Landebahnen in Tegel für insgesamt 2,5 Millionen Euro erneuert.

Bis zu 50.000 Fluggäste täglich

Für das Gepäck von Umsteigern, das bisher zum Teil im Freien sortiert werden musste, wurden Überdachungen geschaffen. Das sei eine Verbesserung, hieß es. Allerdings müsse das Transfergepäck auch weiterhin per Hand bewegt werden, weil Technik fehlt. „Dieser Flughafen wurde nicht für Umsteigeverkehr geplant“, sagte Elmar Kleinert.

Für den Frachtumschlag wurde eine Halle umgewidmet. Zuvor wurde dort die Kapazitätsgrenze täglich erreicht, heißt es in einer im Mai erstellten internen Übersicht über die „Ertüchtigungsmaßnahmen zur Aufrechterhaltung der heutigen Performance“, die der Berliner Zeitung vorliegt. Das gelte auch für die Fluggast-Terminals. Falls nur ein Bereich ausfalle, drohe der „Systemzusammenbruch“.

Auch von „fehlender Ausfallsicherheit wegen starker Witterungsabhängigkeit“ ist die Rede. Mit einer weiteren Steigerung der Tages- und Spitzenstundenlasten sei zu rechnen. Der Verkehr zu außereuropäischen Zielen nehme stark zu, so das FBB-Papier. Täglich nutzen 40.000 bis 50.000 Fluggäste Tegel.