Berlin - Das hat es seit 14 Jahren nicht mehr gegeben am Müggelturm: Zwischen den Resten des einstigen Köpenicker Ausflugslokals, das bis auf die Grundmauern abgerissen wurde, kann man am 1. Mai wieder auf einer Terrasse sitzen. Eigens für diesen Tag werden Tische und Stühle aufgestellt und ein Imbiss serviert. Möglich macht dies der neue Investor am Müggelturm, der Köpenicker Unternehmer Matthias Große. Ab dem 1. Mai ist er offiziell Eigentümer des Aussichtsturms in den Müggelbergen sowie der umliegenden 6 000 Quadratmeter Waldfläche. An diesem Tag will er mit einer Party den Neuanfang feiern und seine Pläne präsentieren.

„Es ist höchste Zeit, dass etwas geschieht, ehe alles zusammenfällt“, sagt Große, der den Turm 2012 vom Liegenschaftsfonds gekauft hatte. Damals gab es noch den alten Besitzer aus Krefeld, an den das Land Berlin das Gelände 2007 zum Schnäppchenpreis von 25.000 Euro verhökert hatte. Der Krefelder ließ das denkmalgeschützte Ausflugslokal abreißen, wobei auch ein wertvolles Wandmosaik zerstört wurde – und tat ansonsten nichts. Der Liegenschaftsfonds kündigte den Kaufvertrag.

Matthias Große will das marode Köpenicker Wahrzeichen Müggelturm zu dem machen, was es früher einmal war: ein attraktives Ausflugsziel. Mit einem Imbiss für Currywurst und Broiler sowie einem schicken Restaurant für italienische Küche. Mit einer großen Terrasse für Sommerfeste und mit Räumen für Abi-Bälle, Lesungen mit „Tatort“-Kommissaren oder Talkrunden mit Sportlern. Weil Große der Lebensgefährte der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ist, dürften ausreichend Kontakte bestehen. In der siebenstelligen Investitionssumme ist sogar ein Pool vorgesehen. Die Bauanträge will der Unternehmer in den nächsten Tagen im Köpenicker Bauamt einreichen.

Viel Lob vom Bezirksamt für die Pläne

Für die Sanierung des 29 Meter hohen Müggelturms, der auch während der letzten Jahre zugänglich war, hat der Investor schon konkrete Pläne. „Wir sind im Gespräch mit Firmen, die bei der Sanierung der acht Etagen helfen und dafür dort werben dürfen“, sagt er. Im Bezirksamt werden Großes Pläne gelobt. „Er will keine Luftschlösser bauen, sondern einen soliden und schönen Ausflugsort für die Region und für Berlin“, sagt der Bürgermeister von Treptow-Köpenick, Oliver Igel (SPD). Igel hofft, dass es jetzt, nach mehreren vergeblichen Anläufen, endlich in die richtige Richtung geht mit dem Turm. Er sagt auch: „Es ist der letzte Versuch, und der muss sitzen.“

Matthias Große gibt sich dessen sicher. Der 46-Jährige, der in Berlin Hunderte Wohnhäuser besitzt, etliche Supermärkte gebaut hat und aktuell an der Bahnhofstraße neben dem Forum Köpenick die Wuhlepassagen mit Läden, Büros und Wohnungen plant, ist überzeugt von seinen Plänen. Aber er kennt auch das Risiko. Er sagt: „Wenn ich das mit dem Müggelturm nicht hinkriege, dann kann ich die Koffer packen und aus Köpenick auswandern.“

Fest am Müggelturm: 1. Mai, 10–19 Uhr, Führungen übers Gelände, Kaffee und Kuchen, Hüpfburg für Kinder, Programm mit dem Hauptmann von Köpenick, Straße zum Müggelturm 1.