Iris Berben wird Mitglied im Kuratorium des Jüdischen Bildungszentrums der Berliner Chabad-Gemeinde. Berben besuchte die Baustelle des neuen Campus am Montag zum ersten Mal und wurde von Rabbiner Yehuda Teichtal über den Stand der Arbeiten informiert.

Berben sagte der Berliner Zeitung, sie habe die Anfrage, das Projekt zu unterstützen, gerne angenommen: „Der Campus als Begegnungsstätte mitten in der Stadt, mitten in der Gesellschaft ist eine großartige Idee. Er öffnet Türen zum Dialog, ist ein Ort, die eigene Identität zu finden, unterstützt das Miteinander dieser Stadt.“ Natürlich müsse sich Deutschland stets seiner Verantwortung aus der Vergangenheit bewusst sein. Doch gäbe es bei vielen Leuten der jüdischen Gemeinden den Wunsch nach einem „Leben in Normalität“.

Es sei gerade angesichts der „kriminellen antisemitischen Attacke, die mit aller Härte bestraft werden müssen“ ein Wunsch, den zu erfüllen auch die deutsche Gesellschaft alles unternehmen solle. Einerseits müsse Antisemitismus konsequent verfolgt werden. Doch die politisch Verantwortlich müssten sich auch für das Judentum im Alltag einsetzen: „Menschen brauchen Bestätigung, dass ihr alltägliches Leben wahrgenommen wird. Das ist auch ein Appell an die Medien, nicht immer nur das Negative zu berichten.“

Iris Berben betont die integrative Kraft des Projekts der Chabad-Gemeinde: „Der Campus bietet allen, religions- und generationsübergreifend, die Möglichkeit, über Sport, Kultur und Bildung zu ihrer Identität zu finden. Es ist wichtig, dass viele Menschen kommen, die das Judentum in einer positiven Atmosphäre erleben.“ Beim Aufbau der Campus wolle sie aktiv mithelfen und versuchen, „so manche Tür für die Gemeinschaft zu öffnen“. Die Arbeit der Chabad-Gemeinde und von Rabbiner Teichtal fasziniere sie, weil alle Religionen eingeladen seien.

Berben sagte, sie sei eine „unglückliche Atheistin“: „Ich habe Religion in einem der strengsten katholischen Internate als angstgesteuert erlebt. Mir wurde immer wieder gesagt: Du musst nicht fragen, du musst glauben. Religion ist für mich jedoch etwas, was mit ständigen Fragen zu tun hat, mit einer geistigen Auseinandersetzung.“ Sie sei immer berührt, wenn sie Juden an der Klagemauer, Christen bei einem Gottesdienste oder Muslime beten sehe: „Ich hatte auch einmal einen Kindergott, und er fehlt mir heute.“ Im Judentum spreche sie an, dass „es eine ausdrückliche Ermutigung gibt, Fragen zu stellen“.

Auf die Frage, ob sie überlegt habe, zum Judentum zu konvertieren, sagte Berben: „Wenn das Judentum einmal politisch so bedroht würde, dass es in existentielle Gefahr gerät, dann würde ich konvertieren.“

Yehuda Teichtal sagte: „Iris Berben ist für uns eine große Quelle der Ermutigung.“ Sie unterstütze das jüdische Leben mit einem positiven Geist. Dies sei wichtig für die jüdische Gemeinschaft und die deutsche Gesellschaft. Teichtal: „Wir wollen die Finsternis durch das Licht vertreiben. Wir wollen nach vorne schauen. Wird denken langfristig. Wir sind hier, um zu bleiben.“