Irische Airline: Ryanair plant Flüge von Berlin in die USA

Noch ist ihr Marktanteil in Deutschland mit vier Prozent ziemlich klein. Doch in diesem Jahr trumpfen die Iren auf - besonders in Berlin. Die Billigfluggesellschaft Ryanair startet ihre neue Verbindung zwischen Schönefeld und Köln/ Bonn fast zwei Monate früher als geplant. Statt wie zuerst angekündigt Ende Oktober 2015 wird die innerdeutsche Route nun schon am 3. September 2015 in Betrieb genommen. Das kündigte Kenny Jacobs, Chief Marketing Officer von Ryanair, am Dienstag in Berlin an.

Für die Strecke können bereits seit März Tickets gebucht werden. „Die Verkaufszahlen haben unsere Erwartungen übertroffen“, sagte Jacobs. Darum seien die Pläne geändert worden. „Ryanair freut sich ankündigen zu können, dass die neue Verbindung Berlin-Köln früher als geplant starten kann“, sagte Jacobs. Pro Richtung wird es fünf Flüge am Tag geben, bis zum 14. Mai gibt es Flüge für 9,99 Euro pro Weg. Damit verstärkt sich der Konkurrenzdruck auf der stark genutzten Route.

Die Airline mit Sitz in Dublin gab außerdem bekannt, dass sie mit Beginn des Winterflugplans Ende Oktober 2015 eine weitere Strecke von und nach Berlin-Schönefeld in Betrieb nehmen wird. „Dann fliegen wir auch von hier nach Teneriffa“, so Kenny Jacobs. Die Zahl der Ziele, die Ryanair von Berlin aus zusätzlich ansteuert, erhöht sich damit von 16 auf 17. Damit bietet Ryanair vom 27. Oktober 2015 an ab Berlin 24 Destinationen an, das entspricht ungefähr einer Verdreifachung des Angebots. Im vergangenen Jahr flogen rund 800 000 Passagiere mit den Iren von und nach Schönefeld, künftig sollen es 2,6 Millionen sein.

Verbindungen über den Atlantik

Die Expansion in Berlin entspricht der neuen Strategie von Ryanair, die Angebote in Deutschland stark auszubauen. „Deutschland ist für uns ein wichtiger Markt“, bekräftigte Kenny Jacobs. Der Marktanteil soll auf 15 Prozent, die Zahl der jährlichen Fluggäste auf 25 Millionen wachsen. Wo es von den Kosten und Wendezeiten her vertretbar sei, nutze Ryanair auch in Deutschland in stärkerem Maße als früher große Verkehrsflughäfen – während sich die Fluggesellschaft zuvor lange Zeit auf Neben-Airports konzentriert hat.

In Köln/Bonn oder München werde sich Ryanair ebenfalls stärker engagieren, so der Marketing-Chef. Frankfurt am Main stehe aber wegen der Gebühren weiterhin nicht auf der Liste. Ryanair arbeite daran, auch das innerdeutsche Streckennetz im kommenden Jahr weiter auszubauen, hieß es. Davon werde auch Berlin profitieren.

Wenn der neue Flughafen BER in Schönefeld öffnet, soll der jetzige Flughafen mit dem Kürzel SXF offen bleiben. „Wir haben noch nicht entschieden, welches Terminal wir nutzen werden“, sagte Jacobs. Vieles spräche aber dafür, in SXF zu bleiben, das zum Low-Cost-Terminal profiliert werden soll – möglicherweise mit niedrigeren Flughafengebühren als am BER.

„Unsere Kunden und wir sind sehr zufrieden mit dem jetzigen Flughafen“, so der Ryanair-Manager. Vorbilder für die geplante Lösung gebe es bereits: Auch der Flughafen Amsterdam-Schiphol hat auf seinem Gelände ein Low-Cost-Terminal.

Berlin spiele auch in den Plänen, Transtalantikflüge anzubieten, eine wichtige Rolle, sagte Kenny Jacobs. Wenn genügend neue Langstreckenflugzeuge zur Verfügung stehen, möchte Ryanair unter einem neuen Markennamen eine Reihe von Verbindungen über den Atlantik anbieten. „In vier, fünf Jahren könnte es soweit sein“, so Jacobs. In den USA soll das neue Ryanair-Unternehmen nach den jetzigen Plänen 14 Flughäfen ansteuern, in Europa zehn – darunter auch Berlin und Köln/ Bonn.