Ohne Rücksicht ist ein Autofahrer am Donnerstag mit bis zu 140 Stundenkilometern durch drei Bezirke gerast. Auf einer Strecke von sieben Kilometern verursachte der 55-Jährige sechs Unfälle. Obwohl er mehrere Menschen verletzte, fuhr er weiter. Die Irrfahrt stoppte schließlich ein 31-jähriger Jeep-Fahrer, der ihn nach einem Auffahrunfall blockierte.

Der Autofahrer ignorierte Ampeln und verursachte Unfälle

Allein mit dem Erfassen aller Unfälle war die Polizei mehrere Stunden beschäftigt. Die ersten Schäden verursachte der Mann gegen 11.05 Uhr am Tempelhofer Ufer in Kreuzberg. Dort war er mit seinem Mazda CX5 SUV auf einen Motorradfahrer aufgefahren, weil dieser ihm offenbar zu langsam fuhr. Der 60-Jährige stürzte und wurde schwer verletzt.

Statt anzuhalten, soll der Mazda-Fahrer dann mit überhöhter Geschwindigkeit Richtung Mitte gerast sein. Als sich hinter dem Tunnel am Alexanderplatz Autos stauten, ignorierte er Ampeln. Auf der Kreuzung Otto-Braun-Straße, Ecke Mollstraße verließ er die reguläre Fahrspur und rammte einen Kia-Fahrer, dessen  Fahrzeug mit einem Audi zusammenprallte. Wenig später erfasste der 55-Jährige einen 41-jährigen Mopedfahrer. Dieser blieb unverletzt.

Zivilpolizisten konnten den Autofahrer festnehmen und Irrfahrt beenden

Trotz eines platten Reifens setzte der Berliner seine Fahrt fort. Ein Fahrer eines Kleintransporters und ein Jeep-Fahrer versuchten, ihn auf der Greifswalder Straße zu verfolgen. „Ich musste die Verfolgung abbrechen, weil er viel zu schnell war“, sagte der Transporter-Fahrer später dieser Zeitung. In der Greifswalder Straße geriet der 55-Jährige mit seinem Fahrzeug gegen einen geparkten Pkw und fuhr in Richtung Danziger Straße weiter. 

Gegen 11.30 Uhr kurz vor der Kreuzung Greifswalder Straße Ecke Danziger Straße fuhr der Mann mit seinem SUV ungebremst auf einen VW auf. Infolgedessen wurden mehrere Autos, die an der dortigen Ampel standen, zusammengeschoben. Insgesamt waren vier Fahrzeuge betroffen. Die 41-jährige VW-Fahrerin wurde schwer verletzt. Der 55-Jährige legte den Rückwärtsgang ein und wollte erneut flüchten. Doch der Jeep-Fahrer, der die Verfolgung aufgenommen hatte, stellte sich hinter den Mazda, so dass er nicht weiterfahren konnte und leistete der VW-Fahrerin danach erste Hilfe.

Zivilpolizisten führten den 55-Jährigen ab. Dieser hatte bis zum Eintreffen der Polizei sein Fahrzeug nicht verlassen. Ein Atemalkoholtest ergab null Promille.