Wegen Kriegsverbrechen und der Mitgliedschaft in der Terrorvereinigung „Islamischer Staat“ sind in Berlin zwei Iraker verhaftet worden. Beamte des Landeskriminalamtes vollstreckten die Haftbefehle des Bundesgerichtshofs bereits am Montag.

Wie die Bundesanwaltschaft am Dienstag mitteilte, ist der 31-jährige Raad Riyadh A. dringend verdächtig, im Juni 2014 in Mossul zwei Schiitinnen getötet zu haben.

Vier Monate später beteiligte er sich laut Karlsruher Behörde an der Hinrichtung eines vom IS gefangen genommenen irakischen Offiziers. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Terrororganisation führte er den Gefangenen zu dessen Hinrichtungsort und bewachte ihn während der Tötung.

Im 2015 in Deutschland eingereist

Den Ermittlungen zufolge brachte der Beschuldigte zudem Waffen der irakischen Polizei und der Armee in seinen Besitz und gab sie anschließend an den IS weiter. Zudem erpresste er für die Terrororganisation Geld, unter anderem von Ladenbesitzern.

Am 31. Juli 2015 reiste Raad Riyadh A. nach Deutschland ein. Hier angekommen versuchte er laut Bundesanwaltschaft, zwei Landsleute für den "Islamischen Staat" anzuwerben. Einen weiteren versuchte er zu einem Selbstmordattentat zu überreden.

Zweiter Verdächtiger bereits wegen anderer Straftat in Haft

Auch Abbas R. soll im Irak Kriegsverbrechen begangen haben. Nach Angaben einer Sprecherin der Bundesanwaltschaft sitzt er bereits wegen einer anderen Straftat in Berlin im Gefängnis. Dort wurde ihm auch der Haftbefehl des Bundesgerichtshofes überbracht.

Der Mann, der angibt, 19 Jahre alt zu sein aber vermutlich älter ist, war laut Ermittlungen unter anderem bei der Hinrichtung des gefangen genommenen irakischen Offiziers dabei. Unmittelbar vor dessen Ermordung demütigte er den Gefangenen, indem er ihn unter anderem beschimpfte und bespuckte.

Nähere Angaben zu beiden Beschuldigten machte die Bundesanwaltschaft nicht.