Islamfeindlichkeit: Dozent klagt nach fristloser Kündigung von Berliner Hochschule

Der Berliner Hochschuldozent Wolfgang Hebold klagt nach einer fristlosen Kündigung seines Lehrauftrags gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Dem Mann werden herabwürdigende Aussagen insbesondere über Muslime vorgeworfen, wie das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte. Es setzte eine Güteverhandlung für den 1. Juli an. (Az. 39 Ca 7847/16)

Der Fall sorgte im Mai für Aufsehen: Wer sich längere Schriften des Mathematikers herunterladen wollte, landete auf einer privaten Homepage von Hebold. Dort wurde auf den Blog des Dozenten verwiesen, den dieser unter dem Namen „Die Verheerung Europas – Ein Tagebuch des Niedergangs“ seit März betrieb. Dort war etwa von „übergewichtigen Muselmaninnen aus Kreuzberg“ die Rede.

Islamfeindliche Aufgaben in Seminaren

Außerdem hatte der Diplom-Mathematiker in seinen Seminaren Studenten islamfeindliche Aufgaben gestellt. Sie sollten unter anderem den Anteil der genitalverstümmelten Frauen in Ägypten und Malaysia in Verbindung bringen mit dem Anteil der Muslime im jeweiligen Land. In einer anderen Aufgabe fragte der Dozent seine Studenten nach einem möglichen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Terroranschläge und dem Anteil der Moslems in der Bevölkerung.

Als Studenten die Hochschulleitung auf die Vorkommnisse aufmerksam machten, wurde Hebold gekündigt. (BLZ/dpa)