Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) reagierte positiv, aber dennoch zurückhaltend auf die Offerte der Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Ich begrüße den angekündigten Digitalpakt und hoffe, dass das in Aussicht gestellte Geld dieses Mal bei den Bundesländern ankommt“, sagte Scheeres der Berliner Zeitung.

Interessant wird es aus Sicht von Scheeres zu erfahren, wie die Mittel auf die Bundesländer verteilt werden. Berlin wünsche dabei, wegen der vielen Kinder aus armen und migrantischen Familien besonders berücksichtigt zu werden.

Mit Wartung allein gelassen

Was die derzeitige Ausstattung der Schulen mit Computern und WLAN angeht, liegt Berlin im bundesweiten Vergleich laut Studien im Mittelfeld. Die allgemeinbildenden staatlichen Schulen verfügen über gut 40.000 Computer und mehr als 5000 interaktive Whiteboards.

Allerdings verstauben manche Computer auch einfach. Für die Ausstattung mit Computern, Laptops und WLAN sind die Bezirke zuständig, weil es sich um Lern- und Lehrmittel handelt. Es gibt also Berlin-weit einen ziemlichen Mischmasch.

Um eine Übersicht zu erhalten, lässt die Bildungsverwaltung gerade die tatsächliche IT-Ausstattung aller Berliner Schulen erfassen. Derzeit arbeiten einzelne Lehrer vor Ort als IT-Beauftragte, neben dem Unterricht sind sie für Wartung, Reparatur und Pflege zuständig, erhalten dafür zwei Wochenstunden Ermäßigung.

IT-Pilotprojekt des Senats

„Doch das ist oft mit viel mehr Arbeit verbunden“, sagt ein Schulleiter. Oft würden diese Lehrer ganz eigene IT-Netzwerke konstruieren. Einzelne IT-Verantwortliche sind tatsächlich auch schon wegen Arbeitsüberlastung ausgefallen. Nun hat der Senat ein Pilotprojekt mit IT-Servicekräften gestartet.

Ohnehin gibt es in Berlin noch viel zu tun. Immerhin 110 Schulen waren im Frühjahr 2016 nach Angaben des landeseigenen IT-Dienstleistungszentrums noch nicht ans leistungsstarke Breitband angeschlossen. Ein ganz großes Fiasko war der Versuch, die Schulen für die administrative Verwaltung von Schülerdaten mit jeweils dezentralen Servern in eigens eingerichtet klimatisierten Extra-Räumen auszustatten. Nachdem in das Projekt egovernment@school viele Millionen Euro versenkt worden waren, drückte man die Escape-Taste. Nun sollen die Daten zentral über einen Server beim IT-Zentrum verwaltet werden.

Eltern-Engagement wird überprüft

Was die von Wanka geforderte Digital-Fortbildung der Lehrkräfte angeht, verweist man in der Bildungsverwaltung darauf, dass es ja bereits Fortbildungsangebote gebe. Allerdings seien diese freiwillig. Und es sei schwer, dies zu verändern. Dadurch, dass Berlin in den vergangenen fünf Jahren etwa 10.000 neue Lehrer einstellen konnte, sind viele jüngere, mit der digitalen Welt vertraute Pädagogen in die Schulen gekommen.

Wenn man aber vorangeht, ist es der Verwaltung auch nicht recht: Am Otto-Nagel-Gymnasium in Biesdorf arbeiten bereits die Schüler mit Notebooks, weitgehend von den Eltern finanziert. Weil Eltern hier angeblich zu viel Geld für Lernmittel beisteuern, hat die Bildungsverwaltung nun eine rechtliche Prüfung eingeleitet.