Berlin-Treptow - Das große Impfen für die dem Virus besonders ausgesetzten Menschen begann am Sonntag in der Arena in Treptow. Als Erste hatten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Pflege- und Gesundheitseinrichtungen eine Einladung zur Immunisierung gegen das Coronavirus erhalten. „Einige Hundert“ haben nach Auskunft des Berliner DRK-Präsidenten Mario Czaja einen Termin am Starttag erhalten. „Wir beginnen im kleinen Rahmen“, sagte er. Wie viele am Sonntag wirklich kommen würden, war nicht vorauszusehen. 

Um 14.01 Uhr und 40 Sekunden passierte der erste Impfwillige die gläserne Tür zu der riesigen Halle mit 80 Kabinen. Damit hatte das erste der sechs Berliner Impfzentren seinen Betrieb offiziell und ohne sichtbare Probleme aufgenommen. Am Tor zu dem Reich, in dem die Pandemie Mensch für Mensch besiegt werden soll, war ein Code vorzuweisen, den die Impfkandidaten mit der Einladung bekommen hatten. Ein Herr um die 60, der mit einem Rezept versuchte, an der amtlichen Prioritätenliste vorbei eine Impfung zu erlangen, hatte keine Chance. Der kam da nicht rein. Energische Gestalten vor der Tür wiesen jeden, der sich der Tür unbefugt näherte, mit fester Stimme ab.

Etwa 30 Männer und Frauen hatten um 14 Uhr in der Schlange der Bestellten gewartet. Als ein beachtlicher Politikertross durch den kleinen Eingang drängte, waren sie schon in die sicherlich geheizte Halle gelangt und durchliefen den Parcour von Registrierung, Aufklärungsgespräch, Impfung und 30-minütiger Beobachtungszeit am Ende.

Ein Tag der Hoffnung sei das, hatte zuvor die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) auf dem Vorplatz gesagt. Zunächst gehe der Hauptteil des verfügbaren Biontech/Pfizer-Impfstoffs an die 60 mobilen Impfteams, die die Heimbewohner versorgen. Sobald mehr Serum verfügbar sei, werde man die Impfzentren „mit Menschen füllen“. 800 bis 900 Personen werde man anfangs in der Arena täglich versorgen können, aber bei zunehmenden Impfstofflieferungen könnten bis zu 5000 Menschen in jeder der Berliner Zentralen pro Tag immunisiert werden. „Wir sind vorbereitet“, sagte sie. Auf einen Termin, wann denn diese Pandemie-Plage durch das Impfen besiegt sei, mochte sie sich nicht festlegen.

General Jürgen Uchtmann bestätigte, dass 70 Angehörige der Bundeswehr in der Arena helfen – bei der Dokumentation, der Registrierung und immer dann, wenn nötig, sollen sie Menschen begleiten und bei der Orientierung helfen. 450 Soldatinnen und Soldaten stehen bei Bedarf für solche Einsätze in Berlin bereit.

Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, informierte, in der Arena würden zunächst zwei je 15 Ärzte umfassende Teams im Einsatz sein, zudem jeweils 60 Ärzte in den mobilen Teams – aber man könne viel mehr mobilisieren, die Hilfsbereitschaft der Mediziner sei enorm. Jedenfalls gelte, immer wenn Impfstoff verfügbar sei, wolle man den „so schnell wie möglich raushauen“.

Kalaycis Amt hat in den kommenden Tagen noch ein akutes Problem zu lösen: Wie gelingt es, die etwa 200.000 Berlinerinnen und Berliner über 80 Jahren, die zu Hause leben, zu immunisieren? Klar ist bislang, dass sie informiert werden und sich dann telefonisch oder online einen Termin in einem Impfzentrum buchen können. Für Hilfe bei der Anreise sind zunächst die Angehörigen gefragt. Aber es solle auch andere Begleitpersonen und Hilfsangebote geben, sagte Kalayci, ohne konkret zu werden. Und schließlich: „Mobile Impfteams werden Menschen auch zu Hause aufsuchen.“