Berlin - Die Corona-Pandemie hat die Wohn- und Arbeitswelt stark verändert. Mehr als die Hälfte der berufstätigen Deutschen (53 Prozent) arbeitet zumindest teilweise von zu Hause aus, 21 Prozent sogar fünf Tage pro Woche. Laut einer Umfrage des Onlineportals Immowelt wünscht sich eine Mehrheit, dass es nach Aufhebung der coronabedingten Einschränkungen dabei bleibt: 85 Prozent derjenigen, die im Homeoffice arbeiten, wollen demnach auch künftig weiter von zu Hause arbeiten. 18.000 Teilnehmer wurden für die Untersuchung im Mai 2021 befragt.

Das Homeoffice verbessert für viele die Work-Life-Balance: Berufstätige sparen wertvolle Zeit durch den Wegfall des Arbeitsweges, können die Arbeit flexibler auf den Tag verteilen und Familie und Beruf besser in Einklang bringen. Trotz allem scheint für die Mehrheit der Deutschen ein durchgängiges Arbeiten im Homeoffice nicht die ideale Lösung zu sein. Die meisten bevorzugen eine Mischform aus Büro und Zuhause. 23 Prozent der Berufstätigen, die derzeit von zu Hause aus arbeiten, sprechen sich in der Befragung künftig für drei Tage Homeoffice pro Woche aus. Bei einer regulären Fünf-Tage-Woche würde das dann zwei Tagen im Büro entsprechen.

Persönliche Kontakte sind für viele nicht zu ersetzen

Weitere 21 Prozent würden gerne nach der Corona-Krise zwei Tage von zu Hause aus arbeiten, also drei Tage im Büro. Online-Meetings und Videokonferenzen scheinen auf Dauer den persönlichen Kontakt mit den Kollegen nicht ersetzen zu können. Ganz auf die Vorzüge von Homeoffice wollen aber die meisten nicht mehr verzichten. Nur 15 Prozent möchten nicht mehr in den eigenen vier Wänden arbeiten. Das komplette Gegenteil wünschen sich 20 Prozent der Befragten: Sie möchten fünf Tage im Homeoffice arbeiten.

Dadurch, dass Berufstätige durch Homeoffice nicht mehr jeden Tag ins Büro pendeln müssen, haben sich auch die Ansprüche an den eigenen Wohnort verändert. Durch die Arbeit zu Hause wird oftmals mehr Platz benötigt. Auch die Nähe zur Natur und ein eigener Garten haben laut Immowelt an Bedeutung gewonnen. Daher planen 19 Prozent der berufstätigen Bewohner in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern, die sich künftig Homeoffice wünschen, in den kommenden zwölf Monaten aus der Stadt wegzuziehen.

Viele wollen in den Speckgürtel

Bei knapp der Hälfte der Homeoffice-Befürworter (44 Prozent) ist dieser Entschluss erst während der Corona-Pandemie gereift. Allzu weit hinaus aufs Land soll es allerdings nicht gehen, dafür scheinen die Vorzüge der Stadtnähe noch zu groß. 40 Prozent wollen in eine kleinere Großstadt ziehen, 30 Prozent in den Speckgürtel wechseln.

Deutlich seltener umziehen wollen hingegen diejenigen, die in Zukunft wieder komplett im Büro arbeiten möchten. Nur zehn Prozent der Großstädter, die Homeoffice ablehnen, planen innerhalb des nächsten Jahres den Wohnort zu wechseln.