In Berlin leben 32.000 Menschen ohne Schulabschluss. 
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BerlinDas Armutsrisko der Berliner hat in den vergangenen fünf Jahren etwas zugenommen, das  der Brandenburger hat sich verringert. Das ist das Ergebnis des fünften Regionalen Sozialberichts des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg. Besonders von Armut gefährdet sind Alleinerziehende sowie junge Menschen, die weder einen Schulabschluss noch eine Lehre vorweisen können.

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Von Armutsgefährdung spricht man, wenn eine Person weniger als 60 Prozent des mittleren Netto-Einkommens zur Verfügung hat. In Berlin liegt diese Schwelle – auf die Einkommen der Einwohner der Stadt bezogen – bei  1004 Euro. In Brandenburg liegt der Wert bei 986 Euro. Bundesweit beginnt Armutsgefährdung bei der Schwelle unter 1035 Euro. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2018.

32.000 Menschen in Berlin ohne Schulabschluss 

Das höchste Armutsrisiko in Berlin haben die Neuköllner mit 27,4 Prozent, 11,1 Prozentpunkte mehr als im Landesschnitt (16,5 Prozent) mit der Schwelle 1004 Euro. Den besten Platz hält Pankow (6,7 Prozent). Während in Berlin also etwa jeder sechste Mensch von Armut bedroht ist, betrifft es in Neukölln mehr als jeden vierten Einwohner. In Brandenburg geht es den Cottbussern (18,2 Prozent) finanziell besonders schlecht, im Landkreis Potsdam-Mittelmark am besten (9,4 Prozent).

So stark armutsgefährdet sind die Menschen in Berlins Bezirken. 
Grafik: BLZ/GalantyM Quelle: Statistik-Berlin-Brandenburg 

Der Landesschnitt liegt bei 13,1 Prozent. Zwei Gruppen sind besonders gefährdet. Die erste umfasst junge Leute von 18 bis 24 Jahren, die die Schule ohne Abschluss verlassen und keine Lehre absolviert haben: Das sind in Berlin 32.000 Menschen, 45,3 Prozent davon sind armutsgefährdet. In Brandenburg sind es 48,8 Prozent von rund 14.000. Die zweite Gruppe sind die Alleinerziehenden. In Berlin sind 31,9 Prozent von ihnen armutsgefährdet, in Brandenburg 40,4 Prozent.