Sqeezer-Sänger Jim Reeves starb in der Nacht zum 1. Februar 2016.
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BerlinErst brachen sie dem Sänger Jim Reeves 15 Rippen, dann pfählten sie ihn mit einem Stuhlbein. Die Täter wurden lediglich wegen Totschlags verurteilt, nicht aber wegen Mordes. Am Mittwoch entschied der Bundesgerichtshof: Das Urteil des Landgerichts Berlin ist rechtskräftig.

Der Sänger Jim Reeves starb in der Nacht zum 1. Februar 2016 in einem Hostel in Charlottenburg auf brutale Weise. Pawel A. und Adam K., zwei Bauarbeiter aus Polen, hatten dem 47-Jährigen, der in den 1990er- Jahren mit seiner Band Sqeezer erfolgreich war, in einer Gewaltorgie mehrere Rippen gebrochen und ihm ein Stuhlbein in den After gerammt.

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Reeves starb an Rippenbrüchen, durch die die Lunge verletzt worden war, und an den Verletzungen durch die Pfählung, die zu einer Leber- und Milzzerreißung geführt hatte. 18 Tage nach der Tat konnten polnische Zielfahnder den 23-jährigen Adam K. in seinem Heimatland festnehmen. Die Fahndung nach seinem Komplizen, dem zur Tatzeit 29-jährigen Pawel A., gestaltete sich schwieriger. Erst ein Jahr nach der Gewaltorgie wurde er in Spanien gefasst.

Fall Jim Reeves: Verwandte wollte Mord-Urteil

Pawel A. und Adam K. wurden wegen Mordes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft bewertete die Tat als grausam, zudem hätten die Täter aus niedrigen Beweggründen gehandelt. Doch das Landgericht verurteilte die Männer, die zur Tatzeit stark alkoholisiert waren, im November 2018 wegen Totschlags im besonders schweren Fall zu Haftstrafen von 14 und 13 Jahren. Die Täter, so das Gericht, hätten den Sänger „in einer degradierenden, homophobe Gefühle ausdrückenden Art“ gepfählt.

Gegen die Entscheidung gingen Staatsanwaltschaft und Verwandte von Reeves in Revision. Für sie kam nur eine Verurteilung wegen Mordes infrage. Auch die Anwälte der Angeklagten legten Rechtsmittel ein – gegen das für sie viel zu hohe Strafmaß.

Der Bundesgerichtshof verwarf die Revision und sah keinerlei Rechtsfehler im Urteil des Gerichts.