Jobabbau in Deutschland: Rund 500 Stellen bei Vattenfall in Gefahr

Auf die Beschäftigten des Energiekonzerns Vattenfall kommt erneut ein Stellenabbau zu. Wie der schwedische Konzern am Dienstag bekannt gab, sollen im Unternehmen mindestens 1000 von insgesamt 30.000 Arbeitsplätzen abgebaut werden. Allein in Deutschland beschäftigt der Konzern 15.000 Arbeitnehmer. Es muss deshalb also damit gerechnet werden, dass in etwa die Hälfte des Stellenabbaus auf Deutschland entfällt. Damit wären hierzulande rund 500 Stellen gefährdet. Die Verhandlungen über den Stellenabbau sollen im Mai beginnen. An welchen Standorten wie viele Stellen gestrichen werden, stehe damit noch nicht fest, sagte ein Sprecher.

Vattenfall müsse Kosten senken

Den Stellenabbau begründete Vattenfall-Chef Magnus Hall mit erforderlichen Kostensenkungen. Im ersten Quartal des Jahres sei das Ergebnis von Vattenfall durch geringere Produktionsmengen und sinkende Stromgroßhandelspreise belastet worden. Deshalb müsse Vattenfall die Kosten senken und „wir werden die Mitarbeiterzahl um eine Zahl reduzieren, die in etwa 1000 Vollzeitstellen entspricht“, sagte Vorstandschef Hall.

Ungefähr die Hälfte des Stellenabbaus soll auf Verwaltung und Stabsfunktionen entfallen Denn zu Anfang April trat eine neue Konzernstruktur mit sechs grenzüberschreitenden Geschäftsbereichen in Kraft. Das Ziel der neuen Organisationsstruktur sei es, die Geschäfts- und Ergebnisorientierung bei Vattenfall zu erhöhen sowie Synergien über die Landesgrenzen hinweg zu realisieren.

Veräußerung des Braunkohlebereichs gehe weiter

Gleichzeitig bekräftigte Vattenfall, dass das Verfahren zur Veräußerung des deutschen Braunkohlebereichs weiter gehe. Derzeit arbeiten rund 8000 Menschen in der Lausitzer Braunkohle-Industrie. Der schwedische Energiekonzern als wichtigster Betreiber will diese Sparte loswerden. Ein Käufer steht noch nicht fest. Ein Sprecher hatte erst Anfang der Woche betont, dass es nach wie vor in diesem Jahr zu einer Entscheidung kommen solle. Allerdings stehen die Verkaufspläne nach den Ankündigungen der Bundesregierung, alte Kohlekraftwerke mit einer zusätzlichen Klima-Abgabe zu belasten, unter keinen günstigen Umständen mehr.