Die Jobcenter haben Berliner Hartz-IV-Empfängern im vergangenen Jahr Geld in Millionenhöhe gekürzt, weil die Hilfebedürftigen gegen die Regeln zum Erhalt der Unterstützungsleistungen verstoßen haben. Rund 20 Millionen Euro wurden gestrichen, weil sich Betroffene zu spät meldeten, Pflichten aus der Eingliederungsvereinbarung nicht erfüllten oder Maßnahmen abgebrochen beziehungsweise Arbeits- und Ausbildungsangebote unbegründet abgelehnt haben. Das teilte die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg auf Anfrage der Berliner Zeitung mit.

Demnach gab es im vergangenen Jahr fast genau 50.000 sogenannte erwerbsfähige Leistungsberechtigte, gegen die in diesem Zeitraum mindestens eine Sanktion neu verhängt wurde. Damit hat etwa jeder zehnte Hartz-Empfänger in der Stadt weniger Geld erhalten.

Berlin hat mit 16,5 Prozent (Leistungsempfänger bezogen auf alle Einwohner) die höchste Hartz-IV-Quote aller Bundesländer. Insgesamt erhielten im April dieses Jahres in der Hauptstadt 574.000 Menschen unterstützende Sozialleistungen, weil sie entweder über gar kein Einkommen verfügten oder ihr Einkommen nicht zum Lebensunterhalt reichte.

Die Jobcenter in Berlin sprachen im vergangenen Jahr insgesamt 132.800 Sanktionen aus. Das heißt, etlichen Leistungsempfängern wurde Geld mehrfach gestrichen. Die durchschnittliche Höhe der Kürzung belief sich auf 97 Euro pro Monat und liegt damit etwas unter den Bundesdurchschnitt von 108 Euro.

Bundesweit behielten die Jobcenter im zurückliegenden Jahr 170 Millionen Euro ein und sprachen rund 980.000 Sanktionen gegen Hartz-IV-Bezieher aus. Damit entfällt ungefähr jede siebte Kürzung von Leistungen auf Berlin.

Die Zahl der Sanktionen wie auch die durchschnittliche Höhe der Kürzung ist in Berlin in den letzten Jahren etwas zurückgegangen. Bis 2010 lag die Kürzung bei mindestens 100 Euro, seitdem darunter.

Gesunken ist in jüngster Zeit auch die Zahl der sogenannten Aufstocker: Ende vorigen Jahres waren etwa 118.000 Arbeitnehmer auf zusätzliche Hartz-IV-Leistungen angewiesen, das waren rund fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor.