Berlin - Bott, Anfang Juli mit 68 Jahren verstorben „nach langer Krankheit“, wie es heißt, war lange Zeit der Promi-Wirt in der alten Frontstadt. Davon künden die großen Traueranzeigen, die am vergangenen Wochenende geschaltet wurden. Unterschrieben von mehr als 50 prominenten Gästen, allesamt eher die alte Garde des Hauptstadtadels – wie Götz George, Egon Bahr, John C. Kornblum, natürlich Rolf Eden und Jack White, Frank Zander und Bernhard Brink. Auch lokale Politgrößen wie Klaus Landowsky, Elmar Pieroth und Hans-Joachim Lorenz trauern „um unseren Freund“, den Wirt.

In Botts Restaurants wurde aber auch ein Stück Einheitsgeschichte mitgeschrieben. Besonders die „Hundekehle“ (gibt es immer noch unter neuem Betreiber) in der Hundekehlestraße avancierte zum angesagten Treff von DDR-Dissidenten wie Manfred Krug (unterschrieb auch) und Armin Mueller-Stahl, die sich der Legende nach bei Bott quasi täglich haben verköstigen lassen – mit dieser typischen Berliner Mischung aus deftig und gehoben. Das Landhaus Bott, inzwischen Landhaus Reinhard’s, in der Königsallee hielt sich noch einige Jahre trotz der rasanten Szene-Entwicklung im neuen Berlin der 90er. Doch dann kamen Krisen, und Bott war vorerst weg. Seit 2003 gibt es wieder die „Bottschaft“ in der Casper-Theyß-Straße in Halensee mit der bewährten Elsässer Küche plus Eisbein und Co. „Wir machen weiter“, heißt es heute im Lokal.

Die Trauerfeier für Jochen Bott findet am 27. Juli, 12 Uhr, auf dem Waldfriedhof Heerstraße statt.