Das Sony Center hat einen neuen Miteigentümer. Die Norges Bank Investment Management (NBIM), die zum norwegischen Staatsfonds gehört, übernimmt die Hälfte der Anteile am Center und wird damit zusammen mit der Oxford Properties Group, einem kanadischen Pensionsfonds, in einem 50:50-Joint-Venture Anteilseigner des Stadtquartiers am Potsdamer Platz. Für die 50-prozentige Beteilung am Sony Center bezahlen die Norweger den Angaben nach 677 Millionen Euro. Oxford verkauft bei dem Deal 44,9 Prozent seiner bestehenden Beteiligung. Der bisherige Partner Madison International Realty gibt seinen gesamten Anteil von 5,1 Prozent ab.

Das Sony Center ist nach dem japanischen Elektronikkonzern Sony benannt, weil er der Bauherr des Centers war. Sony ist aber schon lange nicht mehr Eigentümer. Der Elektronikkonzern hatte die Immobilie 2008 an ein internationales Konsortium verkauft.

Nach einem weiteren Verkauf 2010 übernahm 2017 Oxford Properties mit der Investmentgesellschaft Madison International Realty das Center. Der damalige Kaufpreis betrug rund 1,1 Milliarden Euro. Mittlerweile wird der Wert des Centers auf 1,35 Milliarden Euro beziffert. Der Abschluss der aktuellen Transaktion steht allerdings noch unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung.

„Diese Partnerschaft baut unsere Beziehung zu NBIM weiter aus, einem hoch strategischen und gleichgesinnten Partner, der unsere langfristige Überzeugung in den Standort Berlin teilt“, sagte Abby Shapiro von Oxford Properties.

Darüber hinaus verdeutliche die Partnerschaft die Auffassung, „dass nachhaltige und auf Wohlbefinden ausgerichtete Bürogebäude in erstklassigen Lagen mit hervorragendem Gastronomie- und Einzelhandelsangebot weiterhin eine überdurchschnittliche Entwicklung aufweisen“, so Shapiro. „Nachdem wir einen erheblichen Wert schaffen konnten, werden wir in das Sony Center reinvestieren, um den Erlebnisfaktor zu erhöhen.“

Sony Center soll für 200 Millionen Euro modernisiert werden

Oxford hatte im vergangenen Jahr angekündigt, das Sony Center für rund 200 Millionen Euro zu modernisieren. Die ersten Arbeiten haben bereits begonnen. Der Großteil soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein. Das Ziel: Künftig soll es mehr Grün, mehr Gastronomie und mehr Sitzplätze in einer freundlicheren Umgebung geben. Im April eröffnete bereits das Restaurant Frederick’s im historischen Grand Hotel Esplanade.

Das Sony Center soll weiterhin ein Kino-Standort bleiben. Das ehemalige Multiplex-Kino mit acht Sälen soll allerdings – dem Trend einer Abkehr vom Großraumkino entsprechend – in ein sogenanntes Boutique-Kino mit drei Sälen umgewandelt werden.

Zum neuen Image des Centers gehören auch neue Geschäfte. So will ein Fahrradanbieter neben aktuellen Rädern einen besonderen Werkstattservice anbieten: mit Fertigstellung innerhalb von 24 Stunden.