Hätte sich die Dame von den Grünen einfach ans Thema gehalten, dann wäre vielleicht alles anders gekommen. Dann wäre June Tomiak als Schülerin vielleicht nicht zu den Grünen gestoßen. Dann würde sie wohl nicht am Donnerstag mit nunmehr 19 Jahren als jüngste Abgeordnete ins Berliner Landesparlament einziehen. Und dann säße sie an diesem Oktobernachmittag nicht in einem Café in Mitte, um zu erzählen, wie sie Berufspolitikerin geworden ist, kaum dass sie mit der Schule fertig war.

Aber die Dame von den Grünen hielt sich eben nicht ans Thema, und June Tomiak ärgerte sich darüber. In Berlin demonstrierten die angestellten Lehrer für bessere Arbeitsbedingungen. Oppositionspolitiker trugen Solidaritätsadressen vor. „Die Frau von den Grünen wollte dann aber lieber über den Weltfrauentag reden“, erinnert sich June Tomiak. Als Schülerin des Gottfried-Keller-Gymnasiums in Charlottenburg gehörte sie zu den Demonstranten. Ein paar Tage später marschierte sie in ein Büro der Grünen und machte ihrem Ärger Luft. „Ich glaube nicht, dass der Mitarbeiter so richtig verstanden hat, wovon ich redete.“ Aber er versprach, ihre Beschwerde weiterzuleiten. Dann unterhielten sie sich über Politik. Etwas später wurde June Tomiak Mitglied der Grünen Jugend.

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