Berlin-Schöneberg - Unterstützer der autonomen Jugendclubs Potse und Drugstore kämpfen weiter für den Erhalt der Einrichtungen in Berlin-Schöneberg. Am Mittwoch versammelten sich laut Polizeiangaben etwa 70 Menschen vor dem Gebäude in der Potsdamer Straße 180.

Mit dem Protest wolle man die Forderung an Bezirk und Senat nach passenden Ersatzräumen unterstreichen, sagte eine Sprecherin. Die Verträge für die Räumlichkeiten waren Ende Dezember 2018 ausgelaufen. Die Jugendclub-Kollektive fürchten, den Jugendlichen in den vom Bezirk angebotenen Räumen nicht das gleiche Angebot bieten zu können.

Mietverträge für neue Räume bereits unterschrieben

Der Schöneberger Bezirksstadtrat für Jugend, Oliver Schworck (SPD), erklärte, die Mietverträge für die neuen Räume in einem Wohnhaus in der Potsdamer Straße 134 seien in Absprache mit Vertretern der Jugendzentren unterschrieben worden. Die wiederum behaupteten, bis Oktober sei man davon ausgegangen, ein weiteres Gebäude in der Potsdamer Straße 140 mit Räumen für Konzerte und Bandproben beziehen zu können. Für dieses habe der Senat in der Zwischenzeit aber Eigenbedarf angemeldet, erklärte Schworck. Jetzt verhandele man mit der Tempelhof Projekt GmbH über Veranstaltungsräume in dem ehemaligen Flughafengebäude.

Dauermahnwache angekündigt

Potse und Drugstore machen seit über 40 Jahren Jugendarbeit für Jugendliche in Berlin-Schöneberg. Für die bisherigen Räumlichkeiten hatten die Kollektive Nutzungsverträge mit dem Bezirk. Eigentümerin sei aber eine Vermögensverwaltende GmbH, der Bezirk nur Mieter, dem die Verträge nicht verlängert wurden, sagte Schworck.

Am Montag hatte das Kollektiv Drugstore die Schlüssel für seine Räume freiwillig übergeben. Mitglieder des Jugendclubs Potse hingegen wollten die Räume erst verlassen, wenn adäquate Alternativen angeboten würden. Für die kommenden Tage haben die Jugendclubs eine Dauermahnwache angekündigt. (dpa)