Die Potse in der Potsdamer Straße.
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Berlin-Schöneberg In der Stadt wird es enger, Wohnraum ist knapp – aber auch Kultureinrichtungen bekommen den Druck auf dem Markt in Berlin bitter zu spüren. Seit einem Jahr schon muss eines der ältesten selbstverwalteten Jugendzentren der Stadt – die Potse in Schöneberg – um seine Existenz bangen. Der Nutzungsvertrag mit dem Bezirk, der selbst nur Mieter ist, ist ausgelaufen. Die Eigentümer des Hauses haben die Gewerbemiete so erhöht, dass sich Tempelhof-Schöneberg das Haus nicht mehr leisten kann.

Leidtragende sind die Jugendlichen, die das Haus seit einem Jahr besetzt halten und denen eine Räumungsklage droht. Hier geht es nicht um ein paar Konzerte mehr oder weniger. Der Fall Potse ist ein exemplarischer. Denn die Zahl der Jugendclubs in der Stadt ist zuletzt gesunken – von 430 im Jahr 2013 auf 404 im Jahr 2018, auch wurde bis 2015 weniger Geld für die Bildungsarbeit ausgeben.

Bezirk kann keine Alternative für Potse bieten

Gut, dass der Senat das Problem erkannt hat und den Bezirken bis 2023 insgesamt 20 Millionen Euro mehr die Jugendarbeit zur Verfügung stellt. Diese kann auch für Jugendfreizeiteinrichtungen verwendet werden. Bei der Potse handelt es sich aber um ein Mietverhältnis, das den Kräften von gierigen Eigentümern voll ausgeliefert ist.

Dass der Bezirk bisher keine Alternative für Club und Konzerträume anbieten kann, ist mehr als traurig, entspricht wohl aber der Realität der immer enger werdenden Stadt. Zugleich ist es nicht tragbar, dass eine Institution, die Berlin geprägt hat, deswegen vor dem Aus steht. Es wirft auch ein schlechtes Licht auf die Relevanz solcher Einrichtungen. Vielleicht sollte das Problem eine Etage höher angegangen werden. Jugendsenatorin Sandra Scheeres, übernehmen Sie!