Berlin bekommt sein erstes queeres Jugendzentrum. Anfang März verlegt das Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg seinen Sitz von Kreuzberg nach Prenzlauer Berg. In der Sonnenburger Straße 69 wird es dann ein Jugendhaus geben vor allem für lesbische, schwule, bi- und transsexuelle und transgender Jugendliche. Geplant sind ein Jugendcafé, Gruppen- und Büroräume. Zum Haus gehört ein großer Garten mit einer Sommerbühne. „Damit geht für uns ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung“, sagt Berliner Lambda-Geschäftsführerin Kathrin Schultz.

Angebote für alle bis 27 Jahre

Jahrelang hat der Verein in Berliner Bezirken nach geeigneten Räumen für ein queeres Jugendhaus gesucht, drei Bezirke hatten sich für das Projekt interessiert: Mitte, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg. „Das Angebot von Pankow war für uns letztlich das interessanteste“, sagt Kathrin Schultz. Nun bekommt der vom Land Berlin geförderte Verein die Räume des früheren Jugendclubs Friteims, den der Bezirk Pankow wegen Sparmaßnahmen schließen musste. Lambda verweist darauf, nicht der Auslöser der Schließung des Clubs gewesen zu sein. „Wir bieten nun als Alternative ein neues attraktives Angebot für Jugendliche in Pankow“, sagt Kathrin Schultz. Denn das Jugendhaus richte sich an alle interessierten Menschen bis 27 Jahre, Hauptzielgruppe seien dennoch queere Jugendliche in Berlin und Brandenburg.

Der Bezirk Pankow übergibt dem Jugendnetzwerk Lambda als Träger der freien Jugendhilfe die Räume in der Sonnenburger Straße 69 zu besten Konditionen. Der Verein zahlt keine Miete, lediglich die Betriebskosten. Am 4. April findet ein große Einweihungsfeier statt, mit Grillen, Showprogramm und einer Party.

Das Jugendnetzwerk Lambda wurde 1990 kurz vor der deutschen Wiedervereinigung in der DDR in Berlin gegründet. Nach Angaben des Vereins wird der Anteil queerer Jugendlicher auf bis zu zehn Prozent der Gesamtbevölkerung geschätzt.