Berlin - Die Humboldt-Universität (HU) zu Berlin hat eine neue Präsidentin. Am Dienstag ist die 51-jährige Politikwissenschaftlerin Julia von Blumenthal mit 44 Ja-Stimmen vom 61-köpfigen Konzil der HU gewählt worden. Abgegeben worden waren 58 Stimmen. Blumenthal war die einzige Kandidatin, nachdem ihr Konkurrent Joybrato Mukherjee, Uni-Präsident aus Gießen, seine Kandidatur zurückgezogen hatte.

Vereinte Frauenpower für Berlin

Julia von Blumenthal ist die dritte Frau an der Spitze der Universität Unter den Linden, in der Mitte Berlins. Und einer der ersten Glückwünsche kam aus Charlottenburg: „Ich gratuliere herzlich und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit neuer vereinter Frauenpower. Gemeinsam werden wir in und für Berlin viel erreichen“, schreibt Geraldine Rauch, die erst kürzlich zur neuen Präsidentin der TU Berlin gewählt wurde.

Die Neuwahl an der HU wurde notwendig, weil die bisherige Präsidentin Sabine Kunst im Herbst aus Protest gegen das neue Berliner Hochschulgesetz zurückgetreten war. Als Interimspräsident fungiert seither der Psychologe Peter Frensch. Nach der Wahl Julia von Blumenthals gratulierte die Berliner Wissenschaftssenatorin Ulrike Gote mit den Worten, sie freue sich sehr, „dass es in kürzester Zeit gelungen ist, für diese für den Wissenschaftsstandort Berlin zentrale Position eine so exzellente Besetzung zu finden“.

Rückkehr an die Humboldt-Uni

Julia von Blumenthal wurde 1970 in Marburg geboren und ist Politikwissenschaftlerin. Sie war bereits Professorin und Dekanin an der HU, bevor sie 2018 Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) wurde. Sie bringt also hochschulpolitische Erfahrung mit. Nach der Wahl sagte sie: „Für alle Mitglieder der HU gute Rahmenbedingungen zu schaffen und die Universität auf dem Weg zur Klimaneutralität voranzubringen, werden wichtige Aufgaben meiner Amtszeit sein.“ Als mögliches Datum ihres Amtsantritts wurde der Beginn des Wintersemesters 2022/23 genannt.