Jurist Frank Nürnberger wird Brandenburgs neuer Chef für den Verfassungsschutz

Potsdam - Der Jurist Frank Nürnberger ist neuer Chef des Brandenburger Verfassungsschutzes. Das Kabinett bestellte den bisherigen Leiter der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt am Dienstag einstimmig zum Nachfolger von Carlo Weber, der zum Jahresende in den Ruhestand gegangen ist.

„Sie wissen, dass die Zeiten nicht einfach sind“, sagte Nürnberger bei der Vorstellung in der Staatskanzlei zu seiner neuen Aufgabe. „Populisten und Extremisten auf allen politischen Seiten“ zeigten, dass sie nicht viel von der Demokratie und ihren Werten hielten.

„Umso wichtiger erscheint es mir, dass sich unsere Demokratie wehrhaft zeigt“, betonte der 46-Jährige, der sein neues Amt zum 1. Februar antritt. Mit dem Juristen Nürnberger soll ein Pragmatiker an die Spitze des Landesverfassungsschutzes rücken. Als „Problemlöser“ und „Tatmensch“ charakterisiert Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) den Verwaltungsfachmann.

Nürnbergers Werdegang

Der 46-Jährige wurde 1971 im thüringischen Kölleda geboren und hat an der Universität Potsdam Jura studiert. Seine berufliche Laufbahn startete er 1998 in der Justizverwaltung des Freistaats Sachsen und wechselte 2002 in die Straßenbauverwaltung nach Brandenburg.

Nach weiteren Stationen in der Landesverwaltung übernahm Nürnberger im Juli 2013 die Leitung der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH) in Eisenhüttenstadt. Knapp fünf Jahre war er dort Chef und hat nach der Grenzöffnung 2015 mit der Aufnahme von Zehntausenden Flüchtlingen eine Herkules-Aufgabe gestemmt.

Traf man Nürnberger in dieser schwierigen Zeit auf dem Gelände der Erstaufnahme an, auf dem vielen Notzelte aufgestellt waren, um die Menschen unterzubringen, dann wirkte er stets ruhig und besonnen. Nürnberger behielt den Überblick und war stets ansprechbar. (BLZ mit dpa)