Wieder einmal haben Kabeldiebe in Berlin den S-Bahn-Verkehr stark beeinträchtigt. Zwischen den Bahnhöfen Schöneweide und Baumschulenweg entwendeten sie am Dienstagmorgen Signalkabel

Immer wieder stehlen Diebe an Bahnstrecken Kabel, um das darin enthaltene Kupfer zu verkaufen. Gleichwohl sinkt die Zahl der Diebstähle. Wie ein Sprecher der Bundespolizei der Berliner Zeitung sagte, gab es in der ersten Hälfte dieses Jahres in Berlin 73 Buntmetalldiebstähle.

Das sind 29 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 71 Buntmetalldiebstähle wurden in der ersten Jahreshälfte auch in Brandenburg gezählt – ein Rückgang um 38 Fälle. Vor drei Jahren wurde noch mehr als drei Mal so viel geklaut.

Es wird besser aufgepasst

Polizisten erklären den Rückgang der Taten unter anderem mit besseren Präventionsmaßnahmen an Bahnstrecken. Zivilfahnder der Bundespolizei patrouillieren verstärkt, zudem markiert die Bahn ihre Kabel mit künstlicher DNA, welche den Verkauf gestohlener Kabel erschwert.  

Zurückgegangen ist die Zahl der Diebstähle auch, weil der Preis für Kupferschrott zwischenzeitlich sank. Doch nach dem Preiseinbruch vor etwa zwei Jahren steigt er nun wieder. Inzwischen gibt es beim Schrotthandel für Kupferschrott wieder 4,35 Euro pro Kilogramm. Für abisolierte saubere Kupferkabel („Millberry“) gibt es sogar 5,05 Euro. Deshalb arbeiten die Polizeifahnder inzwischen auch mit den Schrotthändlern enger zusammen.

Größere Diebstähle ereignen sich dennoch hin und wieder: Am 18. Juni vergangenen Jahres fehlten am Falkenhagenener Kreuz plötzlich 1,2 Kilometer Signalerdungskabel. Und am 25. März dieses Jahres entwendeten unbekannnte Täter zwischen den S-Bahnhöfen Schlachtensee und Nikolassee etwa einen Kilometer Rückleiterkabel. Jedes Mal kam es zu massiven Störungen im Bahnverkehr - so wie am Dienstag.