Berlin - Helfer im Dauereinsatz, übervolle Notunterkünfte, die Teams der Kältebusse lange nach Schichtende noch unterwegs und viele Berliner, die Suppe, Tee und Schlafsäcke bringen: Dass bei den eisigen Temperaturen der vergangenen Woche in dieser Stadt kein Obdachloser erfroren ist, ist vor allem den vielen Helfern zu verdanken. Die Unterstützung war groß, und sie kam an. Das ist die gute Nachricht. Und doch wäre es zu kurz gegriffen, sich darüber zu freuen – im Angesicht von etwa 6000 notleidenden Menschen auf den Straßen.

„Die Kältehilfe hat gut funktioniert, aber sie muss eine Notlösung bleiben“, sagt Ortrud Wohlwend. Sie ist Sprecherin der Berliner Stadtmission, die einige der größten Übernachtungsstätten für Obdachlose betreibt und vor vielen Jahren den ersten Kältebus etablierte. „Das eigentliche Ziel muss doch sein, Menschen aus der Wohnungslosigkeit zu holen und wieder in die Regelsysteme der Unterstützung zu bringen.“ Die Kältehilfe verarzte nur die Symptome der Politik, die in Brüssel, im Kanzleramt oder im Abgeordnetenhaus gemacht werde.

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