Berlin - Wir kannten uns nicht, es herrschte eine Atmosphäre gepflegten Misstrauens. Als ich Anfang April 2020 den Leiter der Staatlichen Ballettschule zum ersten Mal traf, saßen wir uns mit Mantel und Maske in einem leeren, kalten Saal gegenüber, achteten im ersten Lockdown auf drei Meter Abstand. Ralf Stabel sprach schnell und leise, hustete andauernd und entschuldigte sich: kein Corona, ein seltsamer Reizhusten. Er war offenbar in keiner guten Verfassung, als er von den Ereignissen der vergangenen zwei Monate berichtete. Dass die Bildungssenatorin ihm und dem künstlerischen Leiter Gregor Seyffert nach 17 Jahren an der Schule über Nacht Hausverbot erteilt hatte, dass es nicht mal zu einer Anhörung kam, dass es sich ausschließlich um anonyme, unbelegte Vorwürfe handelte, die er nicht kannte.

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