Die Lösung ist immer dieselbe: mehr Bewegung.
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BerlinEr ist da, er kann nicht geleugnet werden. Das, was vor einigen Wochen noch verniedlichend als Bäuchlein hätte bezeichnet werden können, ist nun dick und rund. Genau wie ein Schwangerenbauch. Und das bei mir als Mann.

Vor ein paar Monaten, ganz am Anfang der Corona-Zeit, haben wir an dieser Stelle vor dem Dickwerden zu Hause am Computer gewarnt. Und es kam tatsächlich so: Wochenlang durften wir nicht in Restaurants oder in Biergärten oder gemeinsam grillen – trotzdem wurden viele Leute dicker. Ganz ohne Vorsatz, aus reiner Fahrlässigkeit.

Dazu kommt ein weiteres Problem: Immer wieder ist zu hören, dass wir spätestens ab 40 meist jedes Jahr ein Kilo zunehmen, weil wir uns weniger bewegen, weil wir Muskeln verlieren, weniger Energie verbrauchen, aber weiter essen wie vorher. Dazu kommen die Hormone, die den Stoffwechsel nun auf den Erhalt der Körpermasse umrüsten. Das heißt: Zu den alten Langzeit-Kilos kam nun noch neuer Corona-Speck dazu. Mist.

Warum ist unser Körper eigentlich so dumm? Warum kann der bei unserem ständigen Überangebot an Essen nicht einfach von allein sagen: Ich habe gar keinen Hunger mehr? Warum ist unser Körper so unselbstständig? Warum muss man alles allein machen?

Und fast alle, die ich frage, sagen, dass es ihnen zwar recht leicht fällt, sich in einer Woche ein Kilo anzufressen, dass es aber viele Wochen mehr dauert, dieses Kilo wieder loszuwerden.

Die Realität ist nicht immer ermutigend.
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Aber stimmt das wirklich? Ein Anruf bei der freundlichen Ernährungsberaterin in unserer Straße gibt immerhin etwas Entwarnung: Manche Leute nehmen tatsächlich ein Kilo pro Woche zu. Aber das Abnehmen dauert auch nicht so viel länger: Als „gesundes Abnehmen“ gilt, wenn wir ein halbes Kilo pro Woche verlieren.

Sie erzählt noch, dass das Abnehmen manchen recht leichtfalle. Die Leute lassen einfach das Bier weg und die Grillwürste und etwas Zucker. Dann läuft es halbwegs. „Das sind meist Männer“, sagt die Frau. Andere hingegen quälen sich, machen über Wochen oder Monate alles richtig, und trotzdem passiert nichts. „Das sind meist Frauen“, sagt sie.

Und dann sagt sie: „Die Wissenschaft weiß aber, dass das mit dem Abnehmen geht. Auch die Lebenspraxis zeigt, dass es machbar ist. Aber leider ist das Leben vielschichtig. Ebenso die Versuchungen.“

Trotz ihrer guten Worte schleicht sich das Gefühl ein, dass wir gar nicht so viel weniger Essen essen und so viel mehr Sport treiben können, wie wir abnehmen müssten. Deshalb ist es ganz wichtig, dass der Sommer nun endlich vorbeigeht. Damit wir nicht weiterhin ständig Eis essen müssen oder im Biergarten sitzen.

Ganz wichtig ist auch, dass die Leute wieder vernünftig sind und es keinen zweiten Lockdown gibt. Sollte die Söder-Lauterbach-Fraktion ihn doch durchsetzen, dann fordere ich hiermit, dass die beiden uns helfen und sich an der täglichen Kinder-Sport-Stunde von Alba im Internet ein Vorbild nehmen. Dann können wir alle gemeinsam: „Abnehmen mit Markus & Karl“.