Berlin - „Ein Teil der im Krankenhaus erworbenen Infektionen lässt sich durch geeignete Präventionsmaßnahmen vermeiden“, sagte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU), aus dessen Verwaltung die neue Verordnung stammt. Infektionen würden Krankheitsverlauf und Therapie erschweren und könnten auch zu höheren Behandlungskosten führen.

So sind Krankenhäuser nun verpflichtet, Hygieniker zu beschäftigten. Darüber hinaus sollen Ärzte als vollamtliche Hygienebeauftragte eingesetzt werden. Zudem müssen die Kliniken Hygienekommissionen einrichten und den Antibiotikaeinsatz besser steuern. Patienten, die möglicherweise Krankheitserreger übertragen, sollen frühzeitig untersucht werden, damit Schutzmaßnahmen für andere Kranke eingeleitet werden können.

Auch im ambulanten Bereich, etwa in Zahnarztpraxen, Reha-Kliniken oder in Dialyseeinrichtungen, muss es nun verbindliche Hygienepläne geben.

Nach der Novellierung des bundesweiten Infektionsschutzgesetzes im August 2011 waren die Bundesländer verpflichtet worden, neben der bestehenden Krankenhaus-Verordnung umfassende Hygiene-Regelungen für stationäre und ambulante medizinische Einrichtungen zu erlassen. Eine Bremer Klinik hatte im vergangenen und in diesem Jahr traurige Bekanntheit erlangt. Dort starben mehrere Frühgeborene, nachdem sie sich mit Keimen infiziert hatten.