Berlin - Viele Großstädter suchen Erholung an Berlins Ufern und Gewässern. Doch etliche sind vermüllt – trotz der Anstrengungen von BSR, Senat und Bezirken. Auf den Wiesen und an Ufern türmt sich Verpackungsmüll, die Abfalleimer platzen aus allen Nähten. Im Wasser sterben Fische qualvoll. Die neue Initiative „Alles im Fluss“ will die Gewässer nun retten.

330 Kilometer Flüsse, Kanäle und Seen: Berlin gehört zu den wasserreichsten Städten in Deutschland. Einheimische und Touristen lieben die Spree, den Wannsee, den Müggelsee. Aber der Andrang hat Nachteile, die Leute hinterlassen immer mehr Dreck. Müllschiffe fischen jedes Jahr 500 bis 600 Kubikmeter Abfall aus den Gewässern.

Ein Netzwerk gegen Verschmutzung 

„Erstaunlich, was darin alles landet – Tresore, Fahrräder und sogar Matratzen“, sagt Jürgen Köhler vom Verein „Junge Tauchpioniere“. Er ist einer von vielen wütenden Berlinern, die nicht mehr ertragen, dass Wasserparadiese zerstört werden. Mehrere Vereine wie „wirBerlin“ und „Flussbad Berlin“, haben deshalb jetzt die Initiative „Alles im Fluss“ gegründet.

Das Projekt will erreichen, dass Senat, BSR, Wasserbetriebe, Unternehmen und Naturschützer ein Netzwerk bilden, das rigoros gegen die Vermüllung der Flüsse vorgeht. „Es muss hip sein, für Sauberkeit einzustehen“, sagt Beate Ernst, Vorsitzende von „wirBerlin“. Sie betont, dass bei weiterer Tatenlosigkeit ein dramatisches Fischsterben droht. Schon jetzt gibt es viele Tiere, die Plastik-Müll fressen und sich an ihm vergiften. Plastikpartikel verursachen tödliche Leberschäden. – nicht nur bei Fischen, denn Wasservögel wie Schwäne und Enten sind genauso betroffen.

Großer Erfolg von neuer Wasser-Initiative

Hinzu kommt, dass der Müll nicht in den Berliner Flüssen und Seen bleibt, sondern weitergespült wird. „Er gelangt bis in die Meere, verunreinigt auch sie“, sagt Beate Ernst. Um das Bewusstsein für das Problem zu schärfen, schlägt sie Infostände an Berlins Touristenmeilen vor.

Der erste große Erfolg der neuen Wasser-Initiative war es jetzt, die Mode-Kette „Uniqlo“ als Partner mit ins Boot zu holen. Hunderte Mitarbeiter und Freiwillige reinigten am Sonntag das Spreeufer zwischen Schloss Bellevue und Kanzleramt. Sie klaubten massenhaft Kippen, Flaschen, Dosen und Kronkorken auf. Bald will sich die Initiative auch mit Stephan von Dassel (Grüne), Bürgermeister von Mitte, treffen. Er hat sie ins Rathaus eingeladen.