Berlin - Der Vorwurf, den Staatsanwalt Martin Glage an diesem Dienstagvormittag im vollbesetzten Schwurgerichtssaal 500 des Berliner Kriminalgerichts gegen den Angeklagten erhebt, ist sehr kurz, nur zwei Sätze lang. Doch die Tat, die dahinter stecken soll, ist ebenso unglaublich wie entsetzlich. Stefan R. soll einen 43-jährigen Monteur in seiner Wohnung in Pankow umgebracht haben, weil er „durch die Tötung geschlechtliche Befriedigung suchte und Teile der Leiche verspeisen wollte“, so der kurze Anklagesatz, der verlesen wird. Der Staatsanwalt wirft dem 41 Jahre alten Angeklagten elf Monate nach der Tat einen Sexualmord aus niedrigen Beweggründen vor.

Stefan R. war bis zu seiner Festnahme am 18. November vergangenen Jahres Lehrer für Mathematik und Chemie an einer Pankower Sekundarschule. An diesem ersten Verhandlungstag sitzt der korpulent wirkende Mann auf der Anklagebank hinter schusssicherem Glas und seinen beiden Verteidigerinnen. Das Gesicht ist unter dem im Saal vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz verborgen.

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