Berlin - Beim Bau der neuen U-Bahn-Linie 5 Unter den Linden in Berlin wird die Zeit knapp. „Wir wollen 2020 in Betrieb gehen“, sagte Projektsprecherin Stephanie Niehoff der Deutschen Presse-Agentur. Der Zeitplan reiche aber schon relativ weit bis Ende des Jahres 2020. Entscheidend seien Bohrungen für den neuen Bahnhof Museumsinsel, die im März anstehen.

„Sollten sich da große Probleme ergeben, dann bricht das auf den Termin durch. Dann müssten wir auf 2021 gehen.“ Der schwierige Untergrund mit hohem Grundwasser-Pegel im Herzen Berlins hatte mehrfach Probleme bei dem U-Bahn-Bau gemacht.

Verbindung zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz

Die 2,2 Kilometer lange Strecke soll die Lücke der U5 zwischen dem Brandenburger Tor und dem Alexanderplatz schließen. Auf dem kurzen Stücke zwischen Hauptbahnhof, Bundestag und Brandenburger Tor pendeln schon Züge, humorvoll „Kanzler-U-Bahn“ genannt. Für den 22. März ist der Durchbruch zum bestehenden Teilstück geplant. Fahrgäste werden aber nicht lange in die neue Röhre blicken können, es soll zumindest eine Staubschutzwand errichtet werden. Denn im Tunnel wird weiter gearbeitet.

Richtfest für neuen U-Bahnhof im Juli

Weit vorangeschritten ist nach Niehoffs Angaben der Bau des U-Bahnhofs Unter den Linden an der Kreuzung mit der Friedrichstraße. Das Richtfest ist für Juli geplant. Für den Bahnhof Rotes Rathaus war das Richtfest im September gefeiert worden.

Das Erdreich um den künftigen Bahnhof Museumsinsel wird nun vereist, damit während der Arbeiten kein Wasser eindringt. 35 Bohrungen sind dafür nötig. Das ist technisch anspruchsvoll und macht den Bahnhof zum „terminkritischen Abschnitt“, wie es bei der Projektgesellschaft heißt. Die Zeitpuffer seien aufgebraucht.

Ursprünglich sollten schon in diesem Jahr auf der U5 Züge durchgehend von Hönow bis zum Hauptbahnhof fahren. Zuletzt war die Inbetriebnahme Ende 2014 von Herbst 2019 auf Mitte 2020 verschoben worden. Für den Lückenschluss mit den drei neuen Bahnhöfen erwarten die Bauherren Kosten von 525 Millionen Euro, anfangs waren es 433 Millionen Euro gewesen. (dpa)