Berlin - Nach dem Berliner Karneval der Kulturen ist bei der Polizei eine weitere Anzeige wegen sexueller Nötigung eingegangen. Somit seien bei dem Straßenfest am Pfingstwochenende mindestens neun Frauen von Männergruppen bedrängt oder sexuell beleidigt worden, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit.

Die Beamten halten es für möglich, dass sich noch weitere Opfer der sexuellen Übergriffe melden und ermutigen in diesem Zusammenhang auch andere Betroffene dazu.

Einige Opfer hätten sich direkt nach der Tat an Polizisten gewandt und seien deutlich mitgenommen und verstört gewesen oder hätten geweint. Die Frauen hatten ausgesagt, beim Tanzen vor Bühnen von einer Männergruppe eingekreist und im Intimbereich angefasst - an der Brust, am Po oder im Schritt. Körperliche Verletzungen habe keine Frau erlitten, so die Polizei.

Mindestens vier Verdächtige

Alle Frauen hätten die Täter als junge Männer mit südländischem Aussehen beschrieben. Die Vorfälle hätten sich an allen Abenden von Freitag bis Montag ereignet.

Mindestens vier verdächtige Männer seien bisher bekannt, hieß es von der Polizei. Ein Teil von ihnen war vorübergehend festgenommen worden. Die bekannten Verdächtigen sind zwei 17-jährige Jugendliche mit türkischer Nationalität und ein 14-jähriger Jugendlicher mit ausländischen Wurzeln. Vermutlich habe er eine deutsche Nationalität, so die Polizei. Verdächtig ist außerdem ein 40-jähriger Türke. Ob gleiche Täter an verschiedenen Abenden immer wieder Frauen bedrängten, sei derzeit noch ungeklärt, hieß es.

Haftbefehle gegen sieben "Antänzer"

Am Dienstagabend waren zudem gegen sieben verdächtige Männer Haftbefehle erlassen worden, die Frauen angetanzt haben sollen, um sie abzulenken und die Handtasche oder andere Wertgegenstände zu stehlen. In diesen Fällen gab es aber keine sexuellen Übergriffe.

(dpa/BLZ)