Fahrgäste der S-Bahn müssen erneut mit Sperrungen rechnen. Auf den Linien S2 und S8 im Nordosten Berlins wird während der Sommerferien gebaut. Und danach geht es weiter: „Mit der Strecke nach Bernau werden wir erst 2024 fertig sein“, sagte Olaf Schroeder von der Deutschen Bahn während einer Informationsveranstaltung in Buch. Doch es gibt auch eine gute Nachricht für Bahnreisende in diesem Gebiet. Anders als angekündig,t wird eine wichtige Verbindung zwischen Berlin und der Ostsee im Sommer nun doch nicht unterbrochen.

Verbindung nach Rostock bleibt

Die Bahnstrecke, die Blankenburg, Karow und Buch durchschneidet, ist zu einer Großbaustelle geworden – und wird es noch lange bleiben. Ein Schwerpunkt ist das Karower Kreuz, wo die Trasse mit dem Außenring verknüpft wird. Im Sommer nehmen die Bauleute ein kompliziertes Projekt in Angriff: Die Brücke, auf der die Züge zwischen Berlin, Rostock und Neubrandenburg–Stralsund künftig verkehren sollen, wird in zwei Teilen neu gebaut – und danach in einer spektakulären Aktion eingeschoben.

Dafür ist es aber erforderlich, das provisorische Gleis, auf dem die Züge an die Ostsee derzeit den Knotenpunkt durchqueren, vom 29. Juli bis 29. August zu sperren. Alle Fahrten der Regionalexpresslinie RE5 sollten auf dem Abschnitt ausfallen. Ostsee-Urlauber, Ausflügler, Wochenendpendler und andere Fahrgäste hätten zwischen Berlin und Oranienburg auf die S-Bahn umsteigen müssen – ausgerechnet im Sommer, wenn besonders viel los ist.

Jetzt steht aber fest, dass es nicht ganz schon schlimm wird. „Für einen Teil des Verkehrs haben wir eine Lösung gefunden“, so Bengt Steffan von DB Regio. Die Direktverbindung zwischen Rostock und Berlin bleibt erhalten. Diese Regionalexpresszüge werden über dieselbe Strecke geführt, auf der auch der ICE umgeleitet wird – über Spandau, das ohne Halt durchfahren wird. Sie halten in Berlin am Hauptbahnhof und enden am Südkreuz. Die Stralsunder Züge der RE 5 beginnen und enden wie bisher vorgesehen in Oranienburg.

Anderen Fahrgästen werden die Bauarbeiten im Nordosten Berlins aber weiterhin Unannehmlichkeiten bescheren. Am 26. Juni, noch vor den Sommerferien, beginnt eine weitere Sperrung auf der S2 und S8. Bis 17. August müssen Fahrgäste zwischen Blankenburg, Karow und Birkenwerder auf Busse umsteigen. Vom 16. Juli an reicht der gesperrte Abschnitt sogar bis Buch, so Björn Vetter von der S-Bahn. Damit werden sich erneut die Reisezeiten spürbar verlängern.

Anwohner fordern Radstellplätze

Anwohner befürchteten, dass die Busse wie bei bisherigen Sperrungen in Staus steckenbleiben, zum Beispiel auf der Autobahn A114. Gefordert wurde, in Blankenburg mehr Radstellplätze zu schaffen, damit die Sperrung auf dem Fahrrad umfahren werden kann. Kritik gab es daran, dass die S2 zwischen Buch und Bernau auch während der Bauarbeiten nur alle 20 Minuten fahren soll. Erreichen Busse den Anschluss nicht, kommt es zu langen Wartezeiten.

„Siebeneinhalb harte Wochen liegen vor uns“, sagte Olaf Schroeder. Längere Sperrungen soll es danach in Karow aber nicht mehr geben, 2019 will die Bahn dort fertig sein. Auf dem anschließenden Abschnitt nach Bernau wird bis 2024 gebaut – dort stehen diverse Brückenprojekte an. Der Zeitplan will wohl überlegt sein: „Wir können nicht alle Durchfahrten gleichzeitig dichtmachen.“

Auch danach werden die Fahrgäste keine Ruhe haben, denn am Karower Kreuz soll ein Bahnhof entstehen. Baubeginn laut Senat: 2026.