Kartellamt: Berliner zahlen zu viel für Trinkwasser

Berlin - „Wir sind nicht gegen Veränderungen des Tarifs“, teilte Vorstandschef Jörg Simon am Montag mit. „Für uns ist aber die rechtliche Klarstellung unabdingbar.“ Es gehe um die Frage, ob die Wettbewerbshüter des Bundeskartellamtes in gesetzliche Rechte des Landes eingreifen dürfen. Die Behörde hatte verlangt, dass die Preise in den nächsten drei Jahren durchschnittlich um 19 Prozent verglichen mit 2010 sinken. Das Unternehmen würde damit 205 Millionen Euro weniger einnehmen. Es hatte gegen die Prüfung Klage eingereicht. (dpa/bb)

Die Berliner Wasserpreise im Vergleich

Das Bundeskartellamt hält die Berliner Wasserpreise für deutlich überzogen. Ein Vergleich ausgewählter Großstädte zeigt, wo Berlin steht (Mischpreis je Kubikmeter in Euro):

Stadt - Trinkwasser - Abwasser - Gesamt

Potsdam 2,24 - 4,04 - 6,28

Halle (Saale) 2,46 - 3,51 - 5,97

Berlin 2,27 - 2,81 - 5,10

Chemnitz 2,31 - 2,81 - 5,13

Rostock 2,06 - 3,01 - 5,07

Essen 1,94 - 2,80 - 4,75

Schwerin 1,95 - 2,45 - 4,40

Dresden 2,21 - 1,98 - 4,19

Frankfurt/M. 2,03 - 1,76 - 3,79

Leipzig 1,96 - 1,64 - 3,60

Düsseldorf 1,81 1,67 3,48 Köln 1,64 1,71 3,36

(Stand 01.01.2010, Quelle: Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen. Wasserverbrauch von 3000 Kubikmeter für das Modellhaus je Jahr, 100 Kubikmeter je Wohnung im Jahr.) (dpa)

+++ frühere Meldung +++

Berliner zahlen zu viel für Trinkwasser

Die Kunden der Berliner Wasserbetriebe (BWB) zahlen nach Einschätzung des Bundeskartellamts zu viel für ihr Trinkwasser. Die Wettbewerbsbehörde verschickte am Montag eine Abmahnung wegen missbräuchlich überhöhter Trinkwasserpreise an das Unternehmen. Nach dem Willen des Bundeskartellamts sollen die Wasserpreise in Berlin in den Jahren 2012, 2013 und 2014 „um durchschnittlich rund 19 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 abgesenkt werden“.

Dies bedeute Preissenkungen von rund 205 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre, die den Berliner Wasserkunden unmittelbar zugutekämen, erklärte die Behörde. Eine abschließende Entscheidung ist für Anfang nächsten Jahres geplant. (dapd)