Kasinoturm Frohnau: Endlich hoch hinaus

Über der Eingangstür zum Kasinoturm Frohnau hängt noch ein Schild: „Restaurant und Lounge“ steht darauf. Doch im denkmalgeschützten Wahrzeichen der Gartenstadt  wird schon seit Jahren niemand mehr bewirtet. Auch die Aussichtsplattform in 26 Meter Höhe ist nicht öffentlich zugänglich, was viele Frohnauer ärgert. Doch das könnte sich bald ändern, denn es tut sich endlich was im und um den Turm.

Bis 2018 wird das gesamte Gebäudeensemble saniert und um zwei Anbauten erweitert, die Außenanlagen werden neu gestaltet. Geplant sind unter anderem Gewerbeflächen für eine Drogerie, einen Supermarkt, Arztpraxen und eine Gastronomie im Turm. Und ab und zu soll man auch auf ihn hinauf können.

Der Baubeginn ist fürs erste Quartal 2017 geplant, erläuterten Vertreter der  Concarus Real Estate Invest GmbH, die den Turm und die  dazugehörigen Gebäude  am Ludolfinger Platz vor rund einem Jahr erworben hat, am  Montag. Das Unternehmen will eine zweistellige Millionensumme investieren, so Geschäftsführer Boris Milkov. Derzeit laufen die Bauvorbereitungen. Der Bezirk hat die Baugenehmigung   zwar noch nicht  erteilt, sie wird aber demnächst erwartet.

Drogerie und Fahrradparkhaus

Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) sparte am Montag auch  nicht mit Lob für die Pläne: Der Bezirk habe Glück, dass es endlich losgehe, dass die Eigentümer den Standort weiter entwickeln wollten und dabei auch dessen Historie im Blick hätten. Sie seien auf viele Wünsche des Bezirks und der Frohnauer Bürger eingegangen.

Dazu gehört, dass der Turm öffentlich zugänglich sein wird – nicht immer, aber bei ausgewählten Veranstaltungen, sagte Milkov. Dauerhaft sei das nicht möglich, da es nur eine enge Treppe im Turm gibt. Das sei  aus Brandschutzgründen ein Problem, zugleich lässt der Denkmalschutz kaum Umbauten zu. Im Erdgeschoss soll es wieder Gastronomie  geben, plus Sitzplätze im Freien. Allerdings sei noch offen, wer dies übernimmt, so Milkov.

Bei dem Geschäfts- und Wohnhaus, das über einen Verbindungsbau an den Turm anschließt, steht die Nutzung dagegen schon fest. Die 17 Wohnungen werden saniert. Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude wird an zwei Ecken durch Anbauten erweitert. Im Frühjahr 2018 sollen hier eine Drogerie  und ein Rewe-Supermarkt eröffnen – vor allem eine Drogerie stand bei Bürgerbefragungen immer ganz oben auf der Liste, da es seit 2012 keine mehr vor Ort gibt. Und noch ein langgehegter Wunsch vieler  Frohnauer soll sich erfüllen: Zum S-Bahnhof hin entsteht ein Fahrradparkhaus für 67 Räder.   Da der Bezirk selbst keine Flächen in der Nähe mehr habe, sei er darüber sehr froh, sagte Bezirksbürgermeister Balzer.

Bei der Gestaltung der Außenflächen orientiere man sich am historischen Vorbild, erläuterte Tobias Hüchtemann vom Landschaftsarchitekturbüro Lacon.  Auf dem Platz solle gesellschaftliches Leben stattfinden. Einst war hier ein Biergarten. Den soll es wieder geben, dazu Sitzstufen  zum Verweilen  und rotblühende Kastanienbäume.

Die Frohnauer Bürger können sich in dieser Woche bei zwei Gelegenheiten über all das  informieren. Am Donnerstag laden der Bezirk und die Concarus Real Estate Invest GmbH in die Renée-Sintenis-Grundschule, Laurinsteig 39-45, ein (18 bis 20 Uhr). Am Freitag  findet im Centre Bagatelle, Zeltinger Str. 6, eine Infoveranstaltung mehrerer Frohnauer Vereine statt (ab 18 Uhr).