Einst stand der Neptunbrunnen vor dem Schloss, doch seit 1969 ziert er die Freifläche zwischen Marienkirche und Rotem Rathaus. Zwar sehen die Pläne des Senats bisher keine Rückkehr des Brunnens an seinen alten Standort vor, doch hat der Bundestags-Haushaltsausschuss den Druck zugunsten einer Versetzung erhöht, indem er schon mal die nötigen Mittel in Höhe von zehn Millionen Euro zusagte.

Berlins Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) steht den Umzugsplänen allerdings skeptisch gegenüber. „Ich halte den Neptunbrunnen an seinem jetzigen Standort für gut aufgehoben“, sagte sie zur Berliner Zeitung. „Deshalb bin ich keine Anhängerin von irgendwelchen Versetzungsideen, auch wenn ich den Wunsch historisch natürlich nachvollziehen kann.“

Der Förderverein Berliner Schloss wirbt dagegen für die Rückkehr des Brunnens an den alten Standort. „Der Brunnen gehört vor’s Schloss“, sagt Vereinsgeschäftsführer Wilhelm von Boddien. Denn die Bürger Berlins hätten den Brunnen ganz gezielt genau für diesen Standort gespendet.

Brunnen in der Achse

Unterstützung erhält von Boddien vom Kunsthistoriker Bernd Wolfgang Lindemann, Mitglied der Expertenkommission, die die Rekonstruktion der Schlossfassaden kontrolliert. „Ich bin der Meinung, der Neptunbrunnen wäre am Schloss besser aufgehoben“, sagt er.

Erstens habe er dort eine relativ lange Zeit seines Bestehens gestanden. Und zweitens werde der Bezug zwischen der Breite Straße durch das Schloss bis zum Lustgarten pointiert, wenn der Neptunbrunnen wieder in dieser Achse vor Portal 2 des Schlosses stehe.

Skeptisch zeigt sich Katrin Lompscher auch gegenüber der Entscheidung des Haushaltsausschusses, die Mittel für einen Wiederaufbau der Kolonnaden an der Schlossfreiheit zur Verfügung zu stellen, wo zunächst das Einheits- und Freiheitsdenkmal geplant war, dessen Bau aus Kostengründen aber abgesagt wurde.

„Natürlich steht die Stadt Berlin, die Eigentümerin des Grundstücks ist, für Diskussionen zur Verfügung“, sagte sie. „Der Ersatz des Einheits- und Freiheitsdenkmals durch die alten Schloss-Kolonnaden, die ja erst rekonstruiert werden müssten, scheint mir aber keine gute Lösung zu sein.“