Bei der Fahndung nach den Beteiligten des Raubüberfalls im Kaufhaus des Westens hat die Polizei offenbar einen ersten Erfolg. Beamte eines Spezialeinsatzkommandos verhafteten am Mittwochmorgen in einer Wohnung in der Schönwalder Straße in Gesundbrunnen einen 25-Jährigen. Er wird dringend verdächtigt, an dem Überfall auf zwei Juwelierläden im Erdgeschoss des KaDeWe am 20. Dezember beteiligt gewesen zu sein.

Ein Richter hatte bereits Haftbefehl gegen Hussein M. erlassen. Der Polizei ist der 25-Jährige schon wegen Raub, Einbrüchen und Bandendieb-stahls bekannt.

Ermittler durchsuchten auch an der Lietzenburger Straße in Wilmersdorf die Wohnung eines 29-jährigen Tatverdächtigen. Jehad A. war allerdings nicht zu Hause. Die Beamten trafen nur dessen Freundin an. Jehad A. wird beschuldigt, an dem Überfall teilgenommen zu haben, jedoch reichen die Beweise derzeit nicht für einen Haftbefehl. „Die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel dauert noch an“, sagte ein Polizeisprecher. Die Fahndung nach den drei anderen Mittätern läuft noch.

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Die beiden ermittelten Verdächtigen, die in Berlin geboren sind, gehören unterschiedlichen kurdisch-libanesischen Großfamilien an. Mitglieder dieser weit verzweigten Clans, die in den 80er- Jahren als Kriegsflüchtlinge nach Deutschland einwanderten, fallen immer wieder durch Straftaten auf. Die Berliner Polizei zählt etwa ein Dutzend polizeibekannter Großfamilien mit mehreren hundert Mitgliedern, die nach Einschätzung von Fahndern eine Parallelgesellschaft bilden.

Hussein M. und Jehad A. waren die Ermittler des Landeskriminalamtes per Öffentlichkeitsfahndung auf die Spur gekommen. Sie erhielten entsprechende Tipps, nachdem sie am 10. März die Bilder aus den Überwachungskameras veröffentlicht hatten, die die Tat zeigen: An jenem Sonnabend hielt mitten im Weihnachtstrubel ein dunkler Audi A4 Avant in der Ansbacher Straße direkt vor dem Eingang des KaDeWe. Fünf Maskierte begaben sich in die Verkaufsräume der Rolex- und Chopardfilialen. Sie zertrümmerten Vitrinen und griffen sich Schmuck und teure Armbanduhren. Zudem versprühten sie Reizgas, wodurch insgesamt 16 Menschen, darunter eine Mutter und ihr Kind, verletzt wurden. Anschließend rannten die Räuber mit ihrer Beute zurück zum Auto und rasten davon.

Auto in Werkstatt gefunden

Die Fahndung nach dem Fluchtfahrzeug war nicht einfach, denn wie sich herausstellte, waren die Nummernschilder am Tag zuvor gestohlen worden. Inzwischen hat die Polizei aber das Auto entdeckt. Beamte fanden es in einer Werkstatt in Hilden in Nordrhein-Westfalen. Dort sollte das Auto offenbar verschrottet werden, denn es war leicht identifizierbar.

Die Polizei hatte bei ihrer Öffentlichkeitsfahndung die Merkmale des Autos herausgegeben: auffällige Felgen und Sonderausstattung. Am Heck war es außerdem beschädigt. Wie die Polizei das Auto entdeckte, darüber macht sie keine Angaben.