Schwangere Referendarinnen sollen nicht im Präsenzunterricht arbeiten. Damit ist ihr Abschluss in Gefahr.
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Berlin - An fünf Tagen in der Woche steht Jenni Mahler, eine zierliche Frau mit langen Haaren, vor bis zu 28 Schülern und unterrichtet Mathematik und Englisch. In wenigen Monaten will die 27-jährige Berlinerin ihr Referendariat mit dem Staatsexamen beenden. Die Schulleiterin an der Gemeinschaftsschule, an der Mahler schon seit 2017 regelmäßig als Vertretungslehrerin arbeitet, hat ihr bereits jetzt einen Arbeitsvertrag angeboten. So weit so gut. Berlin braucht dringend Lehrerinnen wie Jenni Mahler. Doch unterschrieben hat die junge Frau, die eigentlich anders heißt, nicht.

Weil sie ungeplant schwanger wurde, muss Jenni Mahler fürchten, ihr Staatsexamen nicht rechtzeitig im Dezember ablegen zu können. Grund dafür ist die Corona-Pandemie und eine Handlungsanweisung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Aus Angst vor Regressforderungen werden die Frauen gezwungen, nach Bekanntwerden der Schwangerschaft ihre Ausbildung, die schließlich Präsenzunterricht erfordert, zu unterbrechen und so Verzögerungen und finanzielle Einbußen in Kauf zu nehmen.

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