Berlin - Das Max-Planck-Gymnasium wird doch nicht geschlossen. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte am Donnerstag im Abgeordnetenhaus, dass sie der Schließung der Schule nicht zustimmen werde. „Unter Berücksichtigung der im Schulentwicklungsplan meines Hauses dargestellten Entwicklungen, insbesondere im Hinblick auf die steigenden Schülerzahlen, wäre ein solcher Antrag derzeit nicht genehmigungsfähig“, so Scheeres. Den Antrag auf Schulschließung müsste ohnehin die Bezirksverordnetenversammlung von Mitte mehrheitlich beschließen. Alle dort vertretenen Parteien bis auf die SPD hatten aber bereits erklärt, nicht zustimmen zu wollen.

Am Donnerstagnachmittag waren über 400 Schüler und Lehrer des Gymnasiums mit Transparenten vor das Rathaus Mitte gezogen und skandierten: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man unser Gymnasium klaut.“ Schulstadträtin Sabine Smentek (SPD) bestätigte dort in einer von Buhrufen begleiteten Rede, dass sie die Schule nicht schließen wolle. Daraufhin ließen die Schüler ihren widerständigen Direktor Herbert Schkutek hoch leben.

Stadträtin Smentek hatte die Schließung des Gymnasiums kurzentschlossen geplant, um Sparvorgaben der Finanzverwaltung zu erfüllen. Der Schulbereich trägt mit 5,5 Millionen Euro pro Jahr massiv zum Haushaltsdefizit von Mitte bei. Deshalb kann der Bezirk nicht allein über Geld verfügen, sondern muss sich bestimmte Ausgaben genehmigen lassen. Dem erst im Juni verabschiedeten Schulentwicklungsplan, der keine Schließungen vorsah, hatte Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) nicht zugestimmt.

„Wir müssen uns nun mit der Finanzverwaltung einigen“, sagte Smentek. Wo der Bezirk nun sparen will, blieb unklar. Laut Smentek will die Senatsbildungsverwaltung auch keine anderen Standortschließungen genehmigen. Smentek betonte, dass sie nun die Flächen an allen Schulen auslasten will, so sollen verstärkt Musik- und Volkshochschulen, Lehrerseminare und Kulturangebote in die Schulgebäude integriert werden.

Dem Bezirk entsteht derzeit auch deshalb ein so großes Minus, weil Oberschulplätze vor allem in Wedding, Moabit und Tiergarten nicht ausgelastet sind. Mit energetischer Sanierung hofft Smentek weitere Kosten zu sparen. Grünen-Bildungspolitiker Stefanie Remlinger, die die Proteste unterstützt hat, regte an, notfalls einzelne Schulgebäude für eine gewisse Zeit beim landeseigenen Immobilienmanagement „zu parken“.

Schülersprecher Hasan Aytutucu freute sich über den erfolgreichen Protest. „Wir sind eine gute Schule, die Schüler stammen aus 46 verschiedenen Nationen und verstehen sich gut“, sagte er. Bald werde das Gymnasium Unesco-Schule.
Die Max-Planck-Schule hat seit langem einen guten Namen . Schauspielerin Katharina Thalbach besuchte die Schule, damals noch eine Erweiterte Oberschule. Der Linke-Politiker und Ex-Staatssekretär Benjamin-Immanuel Hoff hat dort 1995 Abi gemacht. Er hatte wie die Linke insgesamt gegen die Schließung eines Gymnasiums protestiert.