Berlin - Ein mutmaßlicher Kinderschänder kommt frei, weil die Justiz nicht schnell genug einen Gerichtstermin für ihn gefunden hat. Der am Montag bekannt gewordene Fall wirft ein Schlaglicht auf chronisch überlastete Gerichte, die immer wieder große Schwierigkeiten haben, festgeschriebene Fristen und Termine einzuhalten. Die Opposition spricht von einem Skandal.

Das Kammergericht, das höchste Strafgericht Berlins, hat am Montag angewiesen, einen 38-Jährigen aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann sexuellen Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen vor. Er ist wegen 51 Taten „zum Nachteil von zwei Kindern“ zwischen 2009 und 2017 angeklagt, darunter sei der Besitz kinderpornografischer Schriften, heißt es von der Justizpressestelle. Der Mann sei nicht der Vater der Kinder, sondern er habe sie als Freund der Familie in Obhut gehabt.

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