Drei Wochen ist es schon wieder her. Da fiel der letzte, halbwegs ergiebige Regen in Berlin: Am 14. April verzeichnete die Wetterstation in Tempelhof 4,2 Liter pro Quadratmeter. Am nächsten Tag fielen noch mal 400 Milliliter pro Quadratmeter, ähnlich bescheidene Wassermengen wurden an drei weiteren Tagen bis Ende April gemessen. Seitdem: gar nichts mehr.

Weil es Anfang April viel geregnet hatte, fiel die Bilanz des gesamten Monats durchschnittlich aus. Der März hingegen war trocken, von Anfang bis Ende. Auch in Brandenburg hat es im gesamten Frühjahr viel zu wenig geregnet.

Droht der Region eine neue große Dürre? Das will und kann noch kein Experte vorhersagen. Klar ist jedoch, dass es ein ernstes Problem für Berlin und Brandenburg wäre. Vor allem für die Wälder und Parks, die schon seit fast vier Jahren unter Dürre leiden. Das sagt Andreas Marx vom Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung. „Es ist deutlich zu wenig Wasser im Gesamtboden“, sagt Marx zur Lage in der Region.

Berlin und Brandenburg: Dürre seit 2018

Die Waldschäden hätten 2018 eingesetzt, sich über die Dürrejahre 2019 und 2020 verschlimmert. „2021 war kein Trockenjahr“, sagt Marx. Aber um den Wassermangel im Boden auszugleichen, reichten die Regenmengen nicht. „Dafür bräuchte man ein halbes Jahr mit überdurchschnittlichem Niederschlag und ohne große Hitze.“

Die Ursache der Dürren hat Marx oft erklärt: Durch den Klimawandel bewegen sich die Wetterlagen über Mitteleuropa langsamer. Hoch- oder Tiefdruckgebiete können sich über einer Region geradezu festsetzen. Über Berlin und Brandenburg waren es in den vergangenen Jahren oft Hochdruckgebiete – es gab wochenlang Sonne, schönes Wetter, eigentlich. Nur leider eben viel zu wenig Regen.

Warum gibt es Wolken, aber keinen Regen?

Ändert sich das im Mai? Die Meteorologin Britta Siebert-Sperl von Wetterkontor drückt am Telefon als Erstes ihr Mitgefühl aus, wenn man sie das fragt. Berlin und Brandenburg würden ja schon länger leiden, sagt sie. Die Wetterlage bleibe auch in den nächsten Tagen „tricky“, sagt sie. Vertrackt also.

Es gebe ein Hoch über dem Baltikum, eins über dem Atlantik, beide sehr stabil, die Region um Berlin hänge dazwischen. Tagsüber ergebe das einen „Sonne-Wolken-Mix“. Die Wolken regnen sich dennoch nicht ab, nicht über Berlin oder Brandenburg. Im Frühjahr sei es oft so, dass es Wolken, aber keinen Regen gebe.

Das liege am niedrigen Temperaturgradienten, erklärt Siebert-Sperl. Zwischen der Luft in Bodennähe und der in Höhe der Wolken müsse ein Unterschied von 25 Grad herrschen, damit sich Wolken in Schauern auflösen. In Berlin ist der Temperaturunterschied derzeit zu gering.

Die Meteorologin schaut auf Karten, während sie das alles erklärt, dann sagt sie: Das Hoch über dem Baltikum bringe weiter trockene Luft, allerdings sehe sie über Polen „ganz kleinräumige Tiefs“, die am Donnerstag das östliche oder südliche Brandenburg mit kleinen Niederschlägen versorgen könnten, „vielleicht“. Sprühregen sei möglich. In Berlin werde es aber wieder knapp. Auch am Freitag, leider.

Erst mal müsse die trockene Luft weggeräumt werden. Vielleicht klappe es ja am Sonnabend. Die Meteorologin sieht „eine kleine Front“, die etwas Regen bringen könnte.