Berlin - So wie es vorher weder einen GAU in Tschernobyl noch einen Beinahe-GAU in Harrisburg gegeben hat. Es ist auch kein Staubsauger im Sicherheitsbereich eines schwedischen Vattenfall-AKW in Brand geraten, weil ein dusseliger Handwerker vergessen hatte, das Reinigungsgerät vor einer Druckprobe aus dem Reaktorgebäude zu räumen. Hätte ein GAU werden können, ist aber alles nur Einbildung. Denn nach der Wahrscheinlichstatistik lässt sich zweifelsfrei nachweisen, dass solche Vorfälle so extrem selten sind, dass sie nicht vorgekommen sein können.

Ein Flugzeugabsturz auf den Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums in Wannsee kommt nach behördlich beglaubigter Berechnung nur einmal in zehn Millionen Jahren vor, weswegen man einen Absturz dem „Bereich des Restrisikos“ zugeordnet hat. In dem Bereich waren die vorgenannten kerntechnischen Anlagen auch alle angesiedelt, man hatte sie aber meist trotzdem mit einer teuren Betonkuppel versehen. In Berlin hat man darauf verzichtet, was konsequent ist, wenn man sich auf die Einmal-in-10-Millionen-Jahren-Statistik verlässt.

Vielleicht liest ja trotzdem noch der ein oder andere Abgeordnete den Bericht der Reaktorsicherheitskommission. Der enthält zwar nichts wirklich Unbekanntes über das Gefährdungspotenzial des BER II für den Großraum Berlin, macht aber denjenigen, die den Fukushima-GAU statistikwidrig für eine Realität halten, noch einmal klar, dass der Reaktor in Wannsee schnellstmöglich abgeschaltet gehört. Denn das zehnmillionste Jahr kann schon 2012 eintreffen.