Beim Umzug zum Karneval der Kulturen ist ein fünfjähriges Kind durch eine Glasflasche am Kopf verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich am Sonntag um 17.50 Uhr an der Kreuzung Mehringdamm/Gneisenaustraße in der Nähe der Commerzbank-Filiale, teilte die Mutter des Kindes auf Facebook mit: "Quer über die Straße wurde eine Flasche geworfen, die meinen fünfjährigen Sohn traf." Sie habe Anzeige gegen Unbekannt erstattet und suche nun Zeugen.

Die Polizei bestätigte die Aussage der Mutter. Das Kind habe eine Platzwunde am Kopf erlitten und musste ambulant behandelt werden. "Wer hat etwas gesehen? Über jeden Hinweis sind wir sehr dankbar", schrieb die Frau zu einem Foto ihres verletzten Sohnes. Ihr Beitrag auf Facebook wurde bereits über 1500 Mal geteilt.

Umzug friedlich verlaufen

Ansonsten sei der Umzug weitgehend friedlich verlaufen, teilte eine Polizeisprecherin auf Anfrage der Berliner Zeitung mit. Es habe beim Umzug am Pfingstsonntag nur vereinzelte Einsätze und Anzeigen gegeben, etwa als um 13.30 Uhr aus dem Fenster einer Wohnung an der Gneisenaustraße/Ecke Mittenwalder Straße Wasserbomben auf die Zuschauer geworfen wurden.  Verletzt wurde dabei niemand.

Bisher keine Anzeigen wegen Belästigung

Wenige Minuten später musste die Polizei anrücken, weil an der Gneisenaustraße/Ecke Zossener Straße eine Gruppe auf ein Baugerüst geklettert war. Festnahmen gab es am Sonntag keine - bis auf die eines mutmaßlichen Drogenhändlers, der in seinem Bauchladen Haschischgebäck angeboten hatte und inzwischen bereits wieder auf freiem Fuß ist.

Bereits in der Nacht zum Sonntag hatten fünf Männer versucht, einen Mitarbeiter des Straßenfestes auszurauben. Wie die Polizei mitteilte, umringten die Täter den 45-Jährigen, als dieser gerade den Stand schließen wollte, schlugen und traten ihr Opfer und versuchten, ihm den Rucksack zu entreißen. Die vier jungen Männer im Alter von 17, 18, 20 und 24 Jahren  wurden festgenommen. Einer von ihnen ist bereits wegen mehreren Straftaten bekannt.

Anzeigen wegen sexueller Übergriffe lägen bisher nicht vor, so die Polizeisprecherin. 2016 waren acht Strafanzeigen wegen sexueller Belästigung eingegangen. Die Opfer sollen beim Tanzen von einer Männergruppe umringt und an den Brüsten, am Gesäß und den Schenkeln gegen ihren Willen berührt worden sein. Unter anderem wegen solcher Fälle wurde das Sicherheitskonzept in diesem Jahr erweitert. (mai., lex.)